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"Promovieren an der IMPRS ist ein Alleinstellungsmerkmal."

Von Christine Schoenmakers

Mit exzellenter Forschung, akademischer Freiheit und einem unschlagbaren Teamgeist locken die International Max Planck Research Schools Talente aus der Wissenschaft nach Deutschland.

"Die International Max Planck Research Schools sind etwas Besonderes", davon ist Lauri Sääksvuori überzeugt. Seit einem Jahr ist der 27-jährige Finne an der Jenaer IMPRS on Adapting Behavior in a Fundamentally Uncertain World tätig. "Die Verbindung zwischen Psychologie, Ökonomie und Recht hat mich sofort angesprochen." Die Grenzen zwischen einzelnen Fächern und Forschungsbereichen verlaufen fließend: "Der wissenschaftliche Nachwuchs wird ermutigt über den eigenen Horizont hinauszuschauen."

Kollegin Linan Diao (32) aus China stimmt zu: "Die Forschungsbedingungen in Deutschland sind exzellent. Es ist viel internationaler, die Wissenschaftler sind untereinander vernetzt." Ausgestattet mit einem Stipendium des DAAD promoviert die Ökonomin seit 2007 in Jena. Bereut hat sie ihre Entscheidung nicht: "Die Max-Planck-Gesellschaft hat weltweit einen sehr guten Ruf. Das ist der Grund, warum ich an der IMPRS meinen Doktor mache."


Kurz vor ihrem Abschluss stehen Daniel Santillano (32) aus Kalifornien und die Italienerin Ilaria Pizzetti (30). Vor drei Jahren haben sie an der Bremer IMPRS of Marine Microbiology begonnen, den Kulturschock gesucht und gefunden: "Es ist nicht leicht, die heimatliche Komfortzone zu verlassen, setzt aber viel persönliches Potenzial frei", weiß Daniel. Das wird an der IMPRS gewinnbringend eingesetzt. "Das Programm ist arbeitsintensiv und durchgeplant, lässt aber Luft für Kreativität", sagt Ilaria. "Eigene Ideen sind sehr willkommen."

Leben und Promovieren an der IMPRS: Rundum-Paket mit viel Eigenverantwortung

Ilaria erinnert sich gut an die ersten Wochen in Bremen: "Als ich ankam, war alles neu. Dank der Hilfe durch das IMPRS-Team habe ich mich schnell eingelebt." Auch Linan aus China hat keine Probleme gehabt, sich in Jena zurechtzufinden: "Ich war sofort in das Leben vor Ort integriert." Die Gruppe ist in schwierigen Phasen eine gute Stütze. "Man hat immer jemanden zum Reden", meint Lauri. Finanziert wird die Promotion über IMPRS-Stipendien mit bis zu 1200 Euro pro Monat. Sorgen um seinen Geldbeutel muss sich niemand machen: "Es ist genug, um gut davon leben zu können", sagt Daniel.

Den typischen Arbeitsalltag gibt es an einer IMPRS nicht. "Wir sind frei, uns den Tag nach eigenen Zielen zu gestalten", sagt Lauri. Doch diese Selbstorganisation verlangt den Doktoranden viel Disziplin ab. "Man sollte gut organisiert und sehr motiviert sein, um keine Zeit zu vertrödeln", weiß Ilaria und Linan fügt hinzu: "Wegen des Zeitdrucks muss man auch mal auf Freizeit verzichten." Das zahlt sich aber bei der Ergebnispräsentation vor den renommierten Kollegen im Fachpublikum aus: "Da erntet man die Früchte seiner Arbeit."

Einer für alle, alle für einen: Nur gemeinsam ist man stark

Ihre Zukunft sehen Ilaria, Linan, Daniel und Lauri in der Wissenschaft. "Ich möchte die in Deutschland gewonnenen Erkenntnisse meinem Heimatland Italien zur Verfügung stellen", sagt Ilaria. Die Kontakte nach Hause in die USA mitzunehmen und weitere spannende Projekte mit Kollegen rund um den Globus zu starten, ist Daniels großes Ziel. "Man kann der beste Wissenschaftler sein - ohne die richtigen Partner erreicht man gar nichts."

Könnte sie noch mal von vorn anfangen, würde Ilaria direkt mit dem Master in die IMPRS einsteigen und nicht erst nach dem Diplom mit der Promotion beginnen. "Es demotivierte mich, dass die IMPRS-Masters anfangs besser waren als ich." Linan rät zum Lernen in Kleingruppen - am besten gemeinsam mit deutschen Doktoranden, um die Sprache zu lernen. "Man braucht viel Selbstdisziplin, um hier zu arbeiten", weiß Daniel. Daneben sollte man auf die Work-Life-Balance achten. "Wichtig ist, nie aufzugeben", sagt Lauri. "Dabei kann man sich immer auf seine Kollegen verlassen - wir sitzen alle im selben Boot."

Quelle: academics

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