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"Wir sind internationaler als andere Graduiertenschulen."

Von Christine Schoenmakers

Die Promotionsprogramme der International Max Planck Research Schools (IMPRS) bieten erstklassige Betreuung und exzellente Forschungsbedingungen.

"Wir sind internationaler als andere Graduiertenschulen."Dr. Christiane Glöckner, Koordinatorin an der IMPRS of Marine Microbiology in Bremen
"Wäre ich noch mal Doktorandin, dann an einer International Max Planck Research School." Christiane Glöckner weiß, wovon sie spricht. Sie hat als Einzelkämpferin promoviert und ist nun Koordinatorin an der IMPRS of Marine Microbiology in Bremen. Den Unterschied in der Betreuung zwischen dem traditionellen Doktorat und strukturierten Programmen kennt sie genau: Glöckner und ihr Kollege Professor Karl-Heinz Blotevogel sind Anlaufstelle für die internationalen Nachwuchswissenschaftler der Bremer IMPRS, die weltweit guten Ruf für ihre exzellente Forschung genießt.

Interdisziplinarität von A wie Astrophysik bis Z wie Zellforschung

Thematisch sowohl in den Natur- als auch Geisteswissenschaften zuhause, zeichnet die International Max Planck Research Schools (IMPRS) höchstes Niveau auf Gebieten von Astrophysik bis Zellforschung aus. Seit dem Jahr 2000 sind deutschlandweit mehr als 55 Kooperationen mit Universitäten und Instituten von der Max-Planck-Gesellschaft ins Leben gerufen worden. Ziel ist es, die Kooperation mit dem Ausland auszubauen, indem (inter)nationale Forschertalente zur Promotion an die IMPRS geholt werden.

Durch die unterschiedlichen Partnerinstitutionen ist die wissenschaftliche Arbeit breit gefächert. So auch an der Jenaer IMPRS on Adapting Behavior in a Fundamentally Uncertain World: "Für die interdisziplinäre Basis der Doktorarbeit verbinden wir Recht, Ökonomie und Psychologie", erklärt Susanne Büchner vom Koordinatorenteam. "Dafür kooperieren wir mit einer Graduiertenschule in Jena, den Max-Planck-Instituten in Bonn und Berlin sowie mit Universitäten in Israel und den USA."

Internationalität als Investition in die Zukunft

"Wir sind internationaler als andere Graduiertenschulen." Prof. Karl-Heinz Blotevogel
Die Stipendien der IMPRS sind begehrt, qualifizierte Bewerber aus aller Welt gern gesehen. "Wir verstehen Internationalität als Schlüssel für wissenschaftliche Innovation", sagt Blotevogel. Die IMPRS-Doktoranden kommen aus den verschiedensten Ländern der Welt, etwa 60 Prozent der Plätze sind insgesamt an ausländische Studierende vergeben. Wer neben dem überdurchschnittlichen Diplom oder Master Englischkenntnisse und Interesse für die Fachrichtung der IMPRS mitbringt, hat gute Chancen. Dabei muss ein Forschungsthema zunächst noch nicht feststehen. Wichtig ist "der Wille über den Tellerrand zu schauen", so Glöckner. "Wir suchen Leute, die für Ihr Fach brennen."

Eliteschmiede mit Collegeatmosphäre

Pro IMPRS promovieren 20 bis 100 Doktoranden in den auf drei Jahre ausgelegten Studienprogrammen. In Seminaren, Workshops, Konferenzen, Summer Schools und Expeditionen wird ein intensiver Austausch mit den Koryphäen des Fachs gepflegt, damit der Nachwuchs das Forschen aus erster Hand lernt. Jeder Doktorand wird von einem Komitee aus bis zu vier Fakultätsmitgliedern betreut und kann sich jederzeit an seinen individuellen Mentor wenden. Präsentationen erfolgen regelmäßig vor den Fakultätskomitees, im Rahmen von internen Seminaren und jährlich mindestens einer großen Forschertagung mit externen Wissenschaftlern.

Zusätzlich gibt es für die Doktoranden Lernangebote, die über das Fachliche hinausgehen: "Weiterbilden kann man sich in Soft Skills-Trainings und Sprachkursen", sagt Glöckner. Auch wenn die Arbeitssprache Englisch ist, erleichtern Deutschkenntnisse den internationalen Gästen die Integration in das Sozialleben am deutschen Forschungsstandort. Finanziell sind die Promovierenden mit einem monatlichen Stipendium von bis zu 1200 Euro abgesichert und werden u.a. bei der Wohnungssuche und Visumsbeantragung unterstützt.

Die Doktoranden und ihre Betreuer verbindet ein gemeinsames Ziel: "Bei Sinnkrisen gibt die Gruppe einen wichtigen Rückhalt", weiß Susanne Büchner. "Das ist ein großer Vorteil gegenüber Einzelpromotionen." Zumal sich die IMPRS zu Recht als Eliteschmiede sehen. Schon allein deshalb sind für die nächsten Jahre weitere Einrichtungen geplant.

Quelle: academics

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