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Als Lehrerin (wieder) in die Wissenschaft?

Als Lehrerin (wieder) in die Wissenschaft?© Bart Coenders - iStockphoto.com

Gibt es Chancen, um als Grundschullehrerin wieder in der Wissenschaft zu arbeiten oder zu forschen (evtl. auch an Einzelprojekten)? Kurz zu mir: Ich habe in Germanistik promoviert und hierfür einen Preis erhalten, hatte einen Lehrauftrag zum Thema Deutschdidaktik, habe Unterrichtsmodule erstellt und mehrere Bücher veröffentlicht, u.a. eins zum Bereich Lehrergesundheit.

Gerade letzterer Bereich würde mich auch sehr interessieren. Hier forscht ja auch die Uni Lüneburg. Kann man auch selbst Forschungsprojekte beantragen ohne momentan an einer Uni zu sein? Ich arbeite seit zwei Jahren an einer Grundschule. Welche Möglichkeiten gibt es sonst noch, sich mit den Qualifikationen einzubringen? Geht auch ein Spagat zwischen Schule und Wissenschaft oder sollte ich lieber beim Ministerium nach weiteren Chancen nachfragen?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Die Einstellungsvoraussetzungen für eine Professur ergeben sich aus den entsprechenden Landeshochschulgesetzen. Diese sind dort ausdrücklich beschrieben. Bei der Bewerbung auf eine Professur müssen in der Bewerbung Ihre Erfahrungen in Forschung und Lehre dargestellt werden. Hier sind es z.B. praktische Erfahrungen in besonderen Berufsbereichen, die dargestellt werden müssen und besonders bei Fachhochschulen wichtig sind.

Bei Bewerbungen auf Professorenstellen an Universitäten müssen Sie neben jahrelanger Lehrerfahrung auch Ihre Kenntnisse in der Forschung und das Leisten von Forschungsaufgaben in Ihrer Bewerbung darstellen. Insofern ist auch dieser Bereich sehr wichtig für eine etwaige Bewerbung.

Um überhaupt mit der Hochschule in Verbindungen zu kommen, bieten sich z.B. Lehraufträge an der entsprechenden Hochschule an. Ein solches Bemühen um entsprechende Lehraufträge hilft, um Erfahrungen für ggf. spätere Professuren zu sammeln und kann auch gut in Bewerbungen genutzt werden. Lehraufträge finden Sie ggf. über die homepage der Hochschule oder wenn Sie sich an der entsprechenden Hochschule einmal umhören.

Ggf. findet Sie auch den Einstieg, indem Sie - als Lehrerin - z.B. über ein Schulprojekt mit einer Universität in Verbindung treten, so dass sich so ggf. ein gemeinsamer Ansatzpunkt ergibt.

Anträge auf Forschungsförderung bei Organisationen (z.B. der Hans-Böckler-Stiftung) können grundsätzlich ausschließlich von graduierten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen gestellt werden, und bei größeren Projektvorhaben wird die Antragsstellung über eine Hochschule oder außeruniversitäre Forschungseinrichtung bevorzugt.

Sie sollten also ggf. über einen weiteren Lehrauftrag Ihre Kontakte zur Hochschule ausbauen und so versuchen, mit entsprechenden Wissenschaftlern und Wissenschaftlern der Hochschule über darüber hinausgehende Möglichkeiten (z.B. eines ggf. gemeinsamen Forschungsprojektes) ins Gespräch zu kommen.
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