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Bedeutet eine längere Weltreise einen Karriereknick?

Bedeutet eine längere Weltreise einen Karriereknick?© Duncan Walker - iStockphoto.com

Ich bin 28 Jahre, habe Maschinenbau studiert und habe jetzt 3,5 Jahre Berufserfahrung in der Entwicklung bei einem Mittelständler. Insgesamt (inkl. Studium BA) bin ich jetzt 5,5 Jahre bei der Firma. Da ich nicht, wie heute üblich, nach dem Abi oder Studium ins Ausland bin, möchte ich jetzt für ein Jahr reisen und arbeiten. Kontakte habe ich bereits in Neuseeland geknüpft, wo ich voraussichtlich sogar als Maschinenbauingenieur arbeiten könnte (quasi Weiterbildung). Möchte aber um die Welt reisen und höchstens 3-4 Monate von 10-12 Monaten arbeiten.

Meine Frage lautet: Bedeutet das in meinem Alter einen Karriereknick, wird das als Faulheit abgetan (und erschwert nach diesem Jahr einen Wiedereinstieg)? Ich mache mir einerseits Sorgen, dass mein Lebenslauf gebrandmarkt ist, andererseits bin ich bald zu alt für Work&Travel Visa und möchte das unbedingt machen.

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Es spricht aus unserer Perspektive absolut nichts dagegen, wenn Sie vor einem "finalen" Einstieg in das Berufsleben die im Ergebnis vermutlich letzte Gelegenheit zu einem längeren Auslandsaufenthalt ohne Beschäftigung nutzen.

Dies wird erfahrungsgemäß von vielen Personalchefs eher positiv als negativ goutiert. Denn innerhalb dieser Zeit werden Sie eine erhebliche Kompetenz auf interkulturellem Gebiet erwerben, welches Ihren "Softskills" unzweifelhaft zugute kommt. Insoweit sollten Sie nach meinem Dafürhalten den von Ihnen avisierten Zeitraum von sechs bis acht Monaten durchaus in dem von Ihnen genannten Ziel nutzen.
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