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Bessere Karrierechancen durch Auslandsaufenthalt?

Bessere Karrierechancen durch Auslandsaufenthalt?© Juan Estey - iStockphoto.com

Mir stellt sich die Frage, wie meine Karriere weitergehen soll. Ich bin 29 und stehe nun nach zwei Jahren fast vor dem Ende meiner Doktorarbeit. Ich habe bereits sechs Veröffentlichungen und eine weitere wird noch folgen. Nun frage ich mich, ob ich mich in der Industrie bewerben soll oder ob ein Aufenthalt in den USA (Stanford wäre möglich) meine Chancen erheblich verbessern würde oder ist der USA Aufenthalt für Unternehmen Zeitverschwendung. Ist es sinnvoll eine Unikarriere anzustreben, oder ist eventuell in der Industrie eine größere Sicherheit gegeben und evtl. auch bessere Bezahlung? Welcher Weg lässt sich besser mit einer angestrebten Familie vereinbaren, damit es nicht nachher heisst: Dr. habil kinderlos.

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Im Rahmen der Bewerbung auf Professuren spielt grundsätzlich auch der Aufenthalt im europäischen sowie nichteuropäischen Ausland insbesondere für die Profilbildung eine wesentliche Rolle. Insofern dürfte sicherlich ein Aufenthalt an der Universität Stanford in den USA eine Verbesserung Ihrer Chancen auf dem europäischen Berufungsmarkt darstellen. Dies ermöglicht Ihnen darüber hinaus, internationale Erfahrungen zu sammeln, um durch diese auch für nationale Unternehmen interessanter zu wirken und dürfte - soweit ein gewisser Forschungsschwerpunkt erkennbar ist - Ihnen in jedem Fall dienlich sein.

Die Frage, ob eine Universitätskarriere für Sie sinnvoller ist bzw. Sie eine Industrietätigkeit anstreben sollten, läßt sich nicht pauschal beantworten. Insofern kommt es sicherlich auf den Bewerbermarkt in Ihrem Fach an, welchen Sie in jedem Fall im Stellenmarkt von academics.de sowie auch unter www.forschung-und-lehre.de beobachten sollten. Eine Universitätskarriere mit der damit verbundenen Verbeamtung auf Lebenszeit bietet Ihnen in jedem Fall eine große persönliche Sicherheit im Hinblick auf eine lebenslange Anstellung. Andererseits sind die Gehälter in der Industrie oftmals lukrativer als im Rahmen einer Universitätsprofessur. Im Hinblick auf die Vereinbarkeit einer Universitätskarriere bzw. Industrietätigkeit mit der Familienplanung müßten Sie in jedem Fall in beiden Fällen eine enorme zeitliche Inanspruchnahme Ihrer Person einkalkulieren. Im Falle der Verbeamtung als Lebenszeitprofessor dürfte jedoch aufgrund der insoweit bestehenden "Unkündbarkeit" aus betriebsbedingten Gründen eine sichere Basis für die Gründung einer Familie bestehen.
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