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Das Für und Wider bei der Wahl einer Promotionsstelle

Das Für und Wider bei der Wahl einer Promotionsstelle© broken3 - iStockphoto.com

Ich habe während meines Psychologie-Studiums 2 Forschungspraktika und meine Diplom-Arbeit bei einem Professor absolviert. Dieser hat mir nun auch die Betreuung meiner Promotion als Fortführung dieser Projekte angeboten.

Einerseits wäre dieser Weg bzgl. der inhaltlichen Umsetzung wahrscheinlich der Einfachste. Allerdings weiss ich nicht, wie ich die Promotion finanzieren soll und habe große Zweifel, ob ich Chancen auf ein Stipendium habe, da ich 1. schon 31 Jahre alt bin, 2. eine zwar sehr gute Diplom-Note, aber schlechte Abitur-Note, 3. kein gesellschaftliches Engagement aufweisen kann und 4. nicht getauft bin.

Zudem finde ich das Thema zwar interessant, würde aber eigentlich lieber in einem anderen Bereich forschen. Ich habe Angst, dass ich, wenn ich nun auch noch im selben Thema promoviere, später keine Chance oder es zumindest sehr schwer haben werde, in einem anderen Fachbereich unterzukommen.

Jetzt überlege ich, das ohnehin finanziell unsichere Promotionsangebot meines Professors abzulehnen und mir eine traditionelle Doktorandenstelle in den mich stärker interessierenden Themenbereichen zu suchen.

Bitte sprechen Sie mir Ihre Meinung und Empfehlung zu oben geschilderten Umständen aus - wie würden Sie verfahren?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Im Hinblick auf Ihre Frage nach der Möglichkeit, eine Promotion etwa durch ein Stipendium zu finanzieren, möchte ich Sie zunächst auf eine Recherche beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verweisen (www.stifterverband.org).

Auf der Homepage werden derzeit 18 Stiftungen verzeichnet, die im Bereich Promotionsstipendien aktiv sind. Sie könnten bei den einzelnen Stiftungen recherchieren, welche Förderungsbedingungen eingehalten werden müssen, um einen positiven Bescheid auf eine Anfrage nach Förderung zu erhalten. Ungeachtet dessen besteht selbstverständlich auch die Möglichkeit, im Rahmen eines Dienstverhältnisses als wissenschaftlicher Mitarbeiter eine Promotion anzufertigen.

Diesbezüglich empfiehlt es sich, bei den verschiedenen Universitäten im entsprechenden Fachbereich zu recherchieren, ob entsprechende Doktorandenstellen vorhanden sind. Offene Stellen werden teilweise auf den Homepages der in Betracht kommenden Hochschulen ausgeschrieben. Der Vorteil einer Promotionsanfertigung im Rahmen eines wissenschaftlichen Mitarbeiterverhältnisses ist die enge Einbindung in den Arbeitsbereich des betreuenden Professors, sodass nicht nur Einblicke in die wissenschaftlichen Abläufe möglich sind, sondern auch wissenschaftliche Gespräche im Zusammenhang mit dem Thema Ihrer Doktorarbeit. Weiter Tipps rund um das Thema "Promotion" finden Sie auch auf der Internetseite "doktorandenforum.de".

Wichtig bei allem ist jedoch, dass Sie zu einem Thema promovieren, das Sie stark interessiert bzw. begeistert. Wenn also Ihre Präferenz in einem anderen als dem Thema Ihrer Forschungsprojekte und Diplomarbeit liegt, wäre es sicherlich optimal, wenn Sie auch in diesem anderen Bereich Ihre Dissertation anfertigen würden. Sollten Sie keine wissenschaftliche Mitarbeiterstelle in diesem Bereich finden, besteht nach wie vor die Möglichkeit, über ein Promotionsstipendium eine Finanzierung sicherzustellen.
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