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Der aktuelle Preisträger des Klung-Wilhelmy-Weberbank-Preises für Chemie

 

Prof. Dr. Frank Neese bekam die höchstdotierte Auszeichnung für jüngere Wissenschaftler in Deutschland.

Der aktuelle Preisträger des Klung-Wilhelmy-Weberbank-Preises für Chemie© Universität Bonn - fetchpresspictureProf. Dr. Frank Neese
Was macht ein junger Wissenschaftler mit 100.000 Euro Preisgeld?

Zur Finanzierung einer schönen Immobilie für meine Familie und mich beitragen.

Was ist nach Auffassung der Jury das Auszeichnungswürdige Ihrer Arbeit?

Die Entwicklung und Anwendung des ORCA Programmes. Man kann damit auf der Basis der Quantenmechanik chemische Reaktionen und alle Arten von molekularen Eigenschaften vorhersagen und interpretieren. Es wird weltweit in vielen Bereichen der Chemie, Biochemie und Materialwissenschaften intensiv genutzt.

Was waren rückblickend Ihre entscheidenden Karrierebausteine?

Ich habe Biologie studiert und mich über die Spektroskopie und die Anorganische Chemie in die Theoretische Chemie bewegt. Ich hatte dabei tolle Unterstützung von meinen Mentoren. Gegen allen Rat und alle Widerstände die gelebte Interdisziplinarität zu verwirklichen sehe ich rückblickend als entscheidend für meinen Werdegang an. Mit Chemikern, Biochemikern, Physikern, Mathematikern und Informatikern zu kommunizieren und zu arbeiten ist intellektuell sehr stimulierend.

Empfinden Sie es als international abträglich, an einer Hochschule zu forschen und zu lehren, die (noch) nicht den Titel "Eliteuniversität" trägt?

Überhaupt nicht. Für die internationale Reputation sind die persönlichen und weniger die kollektiven Leistungen entscheidend. Die deutsche Exzellenzoffensive wird international nach meiner Wahrnehmung (noch) nicht intensiv beachtet. Meine Arbeitsbedingungen in Bonn sind exzellent und die Fachgruppe Chemie ist national und international seit langer Zeit sehr gut ausgewiesen. Man wird erst in einigen Jahren beurteilen können, ob die Exzellenzoffensive die Forschung in Deutschland zum Positiven verändert hat.

Aus Forschung und Lehre :: November 2008

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