Das Karriereportal für Wissenschaft & Forschung von In Kooperation mit DIE ZEIT Forschung und Lehre

Forschungsförderung für Promovierte

Von Julia Becker

Gerade nach der Promotion verbringen viele Wissenschaftler einige Jahre mit reiner Forschung. Auch in dieser Phase der wissenschaftlichen Karriere bieten deutsche Förderer ein breites Spektrum finanzieller Unterstützung.

Forschungsförderung für Promovierte© Amanda Rohde - iStockphoto.comWie lässt sich während der Postdoc-Phase Forschung finanzieren?

Förderung von Forschung allgemein: Die Sachbeihilfe der DFG

Für Wissenschaftler aller Fachbereiche, die bereits ihre Promotion erfolgreich abgeschlossen haben, gibt es grundsätzlich die Möglichkeit, bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einen Antrag auf Sachbeihilfe zu stellen. Diese Mittel werden für konkrete Forschungsvorhaben mit hoher wissenschaftlicher Qualität bereit gestellt. Beantragt werden können Gelder für die eigene Stelle, weiteres Personal, wissenschaftliche Geräte, Verbrauchsmittel, Reisekosten und sonstige Kosten. Die Dauer der Förderung hängt von der Dauer des geförderten Projektes ab.

Förderung von Projekten und Nachwuchs: Die Fritz-Thyssen Stiftung

Auch die Fritz-Thyssen Stiftung fördert Forschungsprojekte. Antragsberechtigt sind promovierte Wissenschaftler/innen mit hervorragenden akademischen Leistungen. Gefördert werden nur Personen, die einer Universität oder einer gemeinnützigen Forschungseinrichtung angehören. Antragsteller müssen neben zahlreichen Arbeitsnachweisen auch einen Kostenplan für ihr Forschungsprojekt einreichen, der darlegt, wie viel Geld wofür veranschlagt wird.

Neben dieser projektbezogenen Förderung bietet die Fritz-Thysssen-Stiftung auch ein Stipendium für Nachwuchswissenschaftler/innen an, die ihre Promotion erst vor ein bis zwei Jahren beendet haben. Der altersunabhängige, monatliche Grundbetrag beträgt 1700 Euro brutto. Das Stipendium wird meist für die Dauer eines Jahres ausgezahlt.

Förderung von Forschung zwischen USA und Deutschland: Das NIH/DFG Research Career Transition Awards Program

Das NIH/DFG Research Career Transition Awards Program der DFG richtet sich an hochqualifizierte Wissenschaftler, die nach ihrer Promotion in den USA und in Deutschland forschen wollen. Das Programm ist auf fünf bis sechs Jahre ausgelegt und in zwei Phasen eingeteilt: Die ersten zwei bis drei Jahren verbringt der Wissenschaftler an einem von 13 NIH-Instituten in den USA und die verbleibenden Jahre an einer Forschungseinrichtung in Deutschland. Die Wissenschaftler werden durch ein monatliches Stipendium unterstützt, zudem werden Reisekosten und Sachmittel bis zu einer bestimmten Höhe übernommen. Bewerber für dieses Programm sollten sich durch hervorragende Forschungsleistungen auszeichnen und ein originelles, internationales Forschungsvorhaben präsentieren.

Förderung wissenschaftlicher Netzwerke

Das Blickfeld erweitern, mit anderen Forschungseinrichtungen kooperieren: Genau das fördert die DFG mit dem Programm "Wissenschaftliche Netzwerke", das sich an Nachwuchswissenschaftler mit abgeschlossener Promotion richtet. Die Förderung besteht in der Übernahme von Reise-, Aufenthalts- und Publikationskosten, die im Zuge der gemeinsamen Forschung an zwei Standorten entstehen. Die Förderung eines solchen Austauschs wird für maximal drei Jahre übernommen. Wer ein wissenschaftliches Netzwerk errichten möchte, muss ein Konzept vorlegen, das ein klares gemeinschaftliches Forschungsziel ausweist.

Förderung von ausländischen Wissenschaftlern in Deutschland: Alexander-von-Humboldt-Stiftung

Für ausländische Wissenschaftler/innen, die in Deutschland forschen möchten, ist die Alexander-von-Humboldt-Stiftung interessant. Diese bietet unter anderem für Postdoktoranden ein Forschungsstipendium in Höhe von monatlich 2450 Euro an. Zudem erhält der Stipendiat finanzielle Unterstützung für Reisen und Sprachkurse. Voraussetzungen für Bewerber sind unter anderem eine erfolgreich abgeschlossene Promotion, die nicht länger als vier Jahre zurück liegt, und wissenschaftliche Veröffentlichungen des Bewerbers in internationalen Verlagen und Zeitschriften. Über dieses allgemeine Stipendium hinaus bietet die Stiftung auch Förderprogramme für Wissenschaftler aus bestimmten Herkunftsländern und aus bestimmten Fachbereichen an.

Förderung ausländischer Wissenschaftler in Deutschland: Das Angebot des DAAD

Der DAAD (Deutscher Akademische Austausch Dienst) bietet ein vielfältiges Förderangebot für ausländische Wissenschaftler, die in Deutschland forschen wollen. Für die Suche nach geeigneten Programmen hat der DAAD eine eigene Stipendien-Suchmaske eingerichtet, in die Wissenschaftler ihren wissenschaftlichen Status, ihr Herkunftsland und ihre Fachrichtung eingeben können.

Förderung durch die Europäische Union: Das Marie-Curie Individualstipendium

Die Europäische Kommission fördert mit ihren Marie-Curie-Individualstipendien Wissenschaftler/innen aus der Europäischen Union, die außerhalb ihres Heimatlandes Forschung betreiben möchten sowie internationale Wissenschaftler, die zum Forschen in die EU kommen möchten. Im Rahmen der Marie-Curie Stipendien gibt es verschiedene Programme: Die Intra-European-Fellowships (IEF) richten sich beispielsweise an Wissenschaftler aus der EU, die in einem europäischen Land außerhalb ihres Heimatlandes forschen wollen. Die International-Outgoing-Fellowships (IOF) fördern hingegen europäische Wissenschaftler, die Forschungsprojekte außerhalb der EU anstreben. Die International-Incoming-Fellowships sind Stipendien für Nicht-EU-Bürger, die gerne Forschungsprojekte in der EU durchführen möchten. Über diese drei Angebote hinaus bieten die Marie-Curie Stipendien noch weitere Programme an. Voraussetzung für Bewerber aller Programme ist eine abgeschlossene Promotion oder mindestens vier Jahre vergleichbare Forschungsarbeit.

Förderung für Geisteswissenschaftler: Initiative "Pro Geisteswissenschaften"

Für Akademiker aus den Geisteswissenschaften, die kürzlich mit ihrer Promotion fertig geworden sind, gibt es ein spezielles Kooperationsprogramm der Volkswagen-Stiftung, der Fritz-Thyssen-Stiftung und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Die Institutionen haben die Initiative "Pro Geisteswissenschaften" ins Leben gerufen, die hoch qualifizierte, geisteswissenschaftliche Wissenschaftler/innen finanziell in ihren Forschungsprojekten unterstützt.

Die Initiative beinhaltet verschiedene Komponenten - für Wissenschaftler nach der Promotion eignet sich besonders der "Dilthey Fellowship". Hier werden die Wissenschaftler zunächst fünf Jahre lang gefördert - eine Verlängerung um maximal weitere fünf Jahre kann nach einer erfolgreichen Evaluation erfolgen. Die jährliche Fördersumme beträgt 80.000 Euro, von denen die eigene Stelle, Sachmittel, und Reisekosten bezahlt werden können. In der Förderungszeit kann auch eine Habilitationsschrift angefertigt werden.

Förderung für Historiker: Die Forschungsstipendien der Gerda-Henkel-Stiftung

Promovierte Wissenschaftler aus dem Fachgebiet der Geschichtswissenschaften, die größere, zeitlich begrenzte Forschungsarbeiten oder Forschungsprojekte planen, unterstützt die Gerda-Henkel-Stiftung mit Forschungsstipendien und Forschungsgeldern. Für einzelne Personen ist besonders das Forschungsstipendium interessant, das für maximal zwei Jahre gewährt wird. Der Stipendiat erhält einen monatlichen Grundbetrag von 2000 Euro, hinzu kommen Kinderbetreuungszuschläge und Sach- und Reisemittel. Von den Bewerbern werden herausragende wissenschaftliche Leistungen in Studium und Promotion erwartet.

Quelle: academics

Ausgewählte Artikel