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Promotionsförderung für den akademischen Nachwuchs


Von Julia Becker

Endlich ist das Studium in der Tasche, nun soll die wissenschaftliche Karriere mit einer Promotion fortgesetzt werden. Doch der Blick ins Portemonnaie macht einen Strich durch die Rechnung? Da gibt es Hilfe: Die Promotionsförderung durch unterschiedliche Institutionen. Hier eine breite Auswahl.

Forschungsförderung während der Promotion© Suprijono Suharjoto - iStockphoto.comMöglichkeiten der Promotionsförderung gibt es an den unterschiedlichsten Institutionen

Promotionsförderung für die Besten: Die Studienstiftung des Deutschen Volkes

Wer ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes erhalten möchte, muss dafür zunächst von seinem Dissertationsbetreuer vorgeschlagen werden. Darüber erfolgt eine erste Auswahl. Wer diese Runde schafft, wird in die zweite Runde eingeladen, die aus einem persönlichen Auswahlgespräch besteht. Die Promotionsförderung besteht aus einem monatlichen Grundstipendium von 1050 Euro, plus 100 Euro Forschungspauschale. Hinzu kommt eine ideelle Förderung in Form von Doktorandenforen, die von der Studienstiftung organisiert werden. Die Regelförderungsdauer beträgt zwei Jahre.

Promotionsförderung für gesellschaftspolitisch Interessierte: Parteipolitische und gewerkschaftliche Stiftungen

Zahlreiche gesellschaftliche und politische Stiftungen bieten Doktorandenstipendien an, die nicht nur einen monatlichen Grundbetrag in Höhe von rund 1000 Euro beinhalten, sondern auch Unterstützung bei Forschungsreisen und für Sachmittel. Darüber hinaus werden den Stipendiaten oft Seminarprogramme zur Weiterbildung geboten.

Die größten und bekanntesten Stiftungen sind auf diesem Gebiet die Hans-Böckler-Stiftung (Gewerkschaft), Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD), Heinrich-Böll-Stiftung (Bündnis90/Die Grüne), Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU), Rosa-Luxemburg-Stiftung (Die LINKE), Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP) und die Hanns-Seidel-Stiftung (CSU).

Wer sich hier auf ein Promotionsstipendium bewirbt, sollte den jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Werten der entsprechenden Partei bzw. Organisation zustimmen. Neben guten Noten im Studienabschlusszeugnis, erwarten die meisten dieser Stiftungen von ihren Bewerbern auch gesellschaftliches Engagement. Es gibt zudem bei den meisten dieser Stiftungen eine Altersbegrenzung für Bewerber.

Promotionsförderung für Gläubige: Die Stiftungen der katholischen und evangelischen Kirche

Wie Parteien und Gewerkschaften, so haben auch die beiden großen Kirchen in Deutschland eigene Studienstiftungen. So bieten das Evangelische Studienwerk und das Cusanuswerk der katholischen Kirche neben Studienstipendien auch Promotionsstipendien an. Voraussetzung ist in beiden Fällen die Zugehörigkeit zur jeweiligen Kirche, überdurchschnittliche Studienleistungen und ein schnell abgeschlossenes Studium. Es gibt zudem eine Altersbegrenzung für Bewerber. Die Promotionsförderung besteht aus monatlich 1050 Euro, hinzu kommt eine Forschungspauschale in Höhe von 100 Euro - darüber hinaus wird den Stipendiaten ein begleitendes Seminarprogramm geboten. Die Dauer dieser Stipendien ist meist auf maximal vier Jahre begrenzt.

Promotionsförderung für Frauen: Der Deutsche Akademikerinnenbund (DAB)

Zu festgelegten Forschungsthemen an festgelegten Universitäten vergibt der Deutsche Akademikerinnenbund Doktorandenstipendien an Frauen. Meist werden über dieses Stipendium Doktorandinnen gefördert, die sich in einem strukturierten Promotionsprogramm befinden. Die Voraussetzungen für Bewerber hängen vom jeweiligen Projekt und der jeweiligen Universität ab.

Promotionsförderung für Forschungsreisen ins Ausland: Unterstützung durch Daimler-und-Karl-Benz-Stiftung

Neben den parteipolitischen und gewerkschaftlichen Stiftungen gibt es auch Stiftungen aus der Wirtschaft, die Doktoranden finanziell fördern. So unterstützt beispielsweise die Gottlieb-Daimler-und-Karl-Benz-Stiftung Promovierende, die für ihr Forschungsvorhaben eine ausländische Forschungseinrichtung besuchen wollen sowie ausländische Doktoranden, die eine deutsche Forschungseinrichtung besuchen möchten. Die Finanzierung ist auf maximal zwei Jahre begrenzt, die Förderungssätze sind abhängig von den Ländern, in denen die Wissenschaftler zu Gast sein werden.

Förderung ausländischer Doktoranden in Deutschland: Das Angebot des DAAD

Der DAAD (Deutscher Akademische Austausch Dienst) bietet ein vielfältiges Förderangebot für ausländische Wissenschaftler/innen, die in Deutschland forschen wollen. Für die Suche nach geeigneten Programmen hat der DAAD eine eigene Stipendien-Suchmaske eingerichtet, in die Wissenschaftler ihren wissenschaftlichen Status, ihr Herkunftsland und ihre Fachrichtung eingeben können. Dem Interessierten werden dann alle in Frage kommenden Förderprogramme angezeigt.

Promotionsförderung für Historiker: Das Promotionsstipendium der Gerda-Henkel-Stiftung

Die Gerda-Henkel-Stiftung fördert exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs aus dem Fachbereich der Geschichtswissenschaften während der Promotion. Die Promotionsstipendien sind für außergewöhnlich begabte Wissenschaftler/innen, bei denen eine überdurchschnittlich gute Dissertation zu erwarten ist. Die Förderungshöchstdauer beträgt zwei Jahre, in dieser Zeit erhalten die Stipendiaten einen monatlichen Förderungssatz von 1400 Euro.

Promotionsförderung für Biomediziner: Die Phd-Fellowships des Boehringer Ingelheim Fonds

In- und ausländische Wissenschaftler mit herausragenden Qualifikationen im Fachbereich Biomedizin werden vom Boehringer Ingelheim Fonds unterstützt. Die Promotionsförderung richtet sich an Wissenschaftler, die nicht älter sind als 27 Jahre und die noch nicht länger als sechs Monate an ihrer Promotion arbeiten. Die Förderung besteht aus einem monatlichen Grundgehalt von 1500 Euro. Hinzu kommen Zuschüsse für Forschungsmaterialien und Kinderbetreuung. Die Förderungsdauer beträgt rund drei Jahre.

Um sich für eine Promotionsförderung zu bewerben, muss das Promotionsvorhaben bereits feststehen und die Zusage des Doktorvaters vorliegen. Dann kann der Doktorvater bei einer Stiftung den Vorschlag einreichen, dass der Promotionskandidat die gewünschte Beihilfe bekommt. Es gibt darüber hinaus Stiftungen, bei denen sich die Kandidaten selbst bewerben können. Neben der finanziellen Unterstützung beinhaltet eine Promotionsförderung oftmals auch Hilfe bei Alltagsproblemen oder ein Angebot an Freizeitaktivitäten. Das ist vor allem für ausländische Stipendiaten interessant.

Weitere Informationen zur Promotionsförderung erhalten Sie in unserer Rubrik Promovieren.

Quelle: academics

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