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CHE-Forschungsranking 2007

Von Martin Spiewak

Das aktuelle CHE-Forschungsranking 2007 bewertet die Ingenieurwissenschaften neu, konkret die Elektro- und Informationstechnik sowie den Maschinenbau. Forschungsstark ist die Universität, die bestimmte Leistungsmerkmale erfüllt.

Forschungsstarke Ingenieure
Die Stärke einer Universität zeigt sich in ihren Disziplinen. Ein sinnvoller Vergleich von Hochschulen stellt deshalb die Qualität der Forschung in einzelnen Fächern gegenüber. Alle drei Jahre erfasst das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in Zusammenarbeit mit der ZEIT die Forschungsleistungen von einem Teil der wichtigsten Universitätsfächer.

In diesem Jahr bewertet das CHE, eine von der Bertelsmann Stiftung und der Hochschulrektorenkonferenz getragene Einrichtung, die Ingenieurwissenschaften neu, konkret die Elektro- und Informationstechnik sowie den Maschinenbau. Zudem wurden einige Geistes- und Sozialwissenschaften wie Geschichte und Psychologie unter die Lupe genommen.

Was macht eine forschungsstarke Universität aus?

Dabei erstellt das CHE keine Ranglisten (Erster, Zweiter...) wie in der Bundesliga, sondern versammelt diejenigen Universitäten in einer Spitzengruppe, die in der jeweiligen Disziplin besonders forschungsstark sind. Zur Ermittlung der wissenschaftlichen Qualität dienen
folgende Leistungsmerkmale:

Die Höhe der Drittmittel eines Fachbereichs sagt sowohl etwas über die Forschungsaktivität als auch über die Forschungsqualität aus. Denn die Professoren müssen diese Gelder von privaten und öffentlichen Gebern (wie etwa der Deutschen Forschungsgemeinschaft) im Wettstreit mit anderen Wissenschaftlern einwerben.

Publikationen dokumentieren die Forschungsleistung eines Fachbereiches. In der Regel handelt es sich in den Ingenieurwissenschaften um Aufsätze in Fachjournalen sowie um Konferenzberichte. Da nicht jede Veröffentlichung denselben Stellenwert hat, gewichtet das CHE nach Seiten- und Autorenzahl. Im Maschinenbau ist dafür keine anerkannte Datenbasis vorhanden. Deshalb werden die Publikationen hier nicht ausgewiesen.

Die Promotionen verweisen auf die Bedeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Wo viele Promotionen entstehen, steigt in der Regel die Forschungsleistung. Besondere Bedeutung in den Ingenieurwissenschaften haben die Erfindungen. Sie sind ein wichtiger Indikator für die Stärke einer Universität in der angewandten Forschung in dem jeweiligen Fach und deuten auf gelungenen Transfer von Forschungswissen in Wirtschaft und Industrie hin.

Zudem hat das CHE Professoren gefragt, welche fünf Universitäten sie in ihrem Fach als führend in der Forschung betrachten (Reputation). Dieser Indikator dient auch als Hinweis, ob Image und reale Forschungsstärke übereinstimmen. Da dieser Indikator nicht auf harten Fakten, sondern auf subjektiven Einschätzungen beruht, wird er zwar ausgewiesen, aber nicht für die Berechnung des Spitzengruppe verwendet.

Misst man nur die absolute Zahl der Drittmittel, Publikationen, Erfindungen und Promotionen pro Fachbereich, haben große Universitäten mit vielen Professoren einen Vorteil. Um auch kleinen Fachbereichen mit wenigen, aber erfolgreichen Forschern eine Chance zu geben, werden die Indikatoren zusätzlich in Relation zur Zahl der Wissenschaftler bewertet.

Einige Fakultäten beweisen sowohl absolut als auch relativ Forschungsstärke, wie im Maschinenbau etwa die Technische Universität München oder in der Elektrotechnik die Technischen Universitäten in Dresden und Berlin. Hochschulen, die mit einem Pfeil markiert sind, schafften es erstmals in die Spitzengruppe. Die anderen gehörten bereits im Leistungsvergleich 2004 zu den forschungsstarken.

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Aus DIE ZEIT :: 21.02.2008

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