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Gibt es Einstellungsaltersgrenzen für Professoren?

Gibt es Einstellungsaltersgrenzen für Professoren?© Dan Wilton- iStockphoto.com

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Grundsätzlich kann sich jeder Wissenschaftler unabhängig von seinem Lebensalter für eine Universitätsprofessur bewerben. Hinsichtlich der Einstellung in einem Beamtenverhältnis auf Lebenszeit sind jedoch Einstellungsaltersgrenzen zu berücksichtigen, die je nach Bundesland unterschiedlich ausgestaltet sein können.

In Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen beispielsweise liegt die Regeleinstellungsaltersgrenze für eine Lebenszeitverbeamtung beim 50. Lebensjahr. In Nordrhein-Westfalen hingegen ist die Einstellung eines Beamten in den Landesdienst im Regelfall nur bis zum 45. Lebensjahr möglich. Demgegenüber ist in Bayern und Thüringen auch eine Verbeamtung auf Lebenszeit bis zum 52. Lebensjahr zulässig. Soweit ein Bewerber die Einstellungsaltersgrenze überschritten hat, ist eine Verbeamtung im Einzelfall mit Einwilligung des Finanzministers möglich. Eine derartige Einwilligung kommt in besonders gelagerten Fällen, bspw. im Falle eines Auslandsoder Industrierufes bzw. auch bei Vorliegen eines besonders hohen Gewinnungsinteresses in Betracht.

Ferner ist eine Lebenszeitverbeamtung in den Fällen üblich, in denen der Bewerber bereits in einem Bundesland mindestens fünf Jahre in einem Lebenszeitbeamtenverhältnis gestanden hat. In diesem Fall wird zwischen dem aufnehmenden und dem abgebenden Dienstherrn eine sog. Versorgungslastenteilung vereinbart. Jenseits der beamtenrechtlichen Einstellungsaltersgrenzen bleibt eine Anstellung auf der Grundlage eines privatrechtlichen Dienstverhältnisses möglich, die aber erhebliche Versorgungsnachteile nach sich zieht.

Aus Forschung & Lehre :: 09/2006 :: Von Juliane Koch
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