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Hausberufung

Was ist eine Hausberufung? Für wen kommt eine Hausberufung in Frage?

Hausberufung
"Bei der Berufung können Mitglieder der ausschreibenden Hochschulen nur in begründeten Ausnahmefällen berücksichtigt werden", z.B. wenn das betreffende Mitglied deutlich qualifizierter ist als die Mitbewerber. Diese Vorschrift aus § 45 Abs. 2 HRG von 1980 fiel bei der Einführung der neuen Juniorprofessuren weg.

Stattdessen ist in einer Novelle des HRG von einem "modifizierten Hausberufungsverbot" die Rede. Nun heißt es nämlich dort in § 45 Abs. 2: "Bei der Berufung auf eine Professur können Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren der eigenen Hochschule nur dann berücksichtigt werden, wenn sie nach einer Promotion die Hochschule gewechselt hatten oder mindestens zwei Jahre außerhalb der berufenden Hochschule wissenschaftlich tätig waren."

Es bleibt die Frage, was ein Hochschulwechsel nach der Promotion zum verfassungsmäßig gebotenen Prinzip der Bestenauswahl beiträgt. In den Koalitionsverhandlungen haben sich Union und FDP darauf geeinigt, das Hochschulrahmengesetz (HRG) abzuschaffen. Über einen Entwurf berät der Bundestag noch. Mit der Aufhebung des Hochschulrahmengesetzes wären die Hochschulen künftig nicht mehr an Bundes- sondern lediglich an Landesrecht gebunden. Da die Hochschulen damit selbstständig über die Berufung von Professorinnen und Professoren entscheiden können, ist eine Besinnung auf das verfassungsmäßig gebotene Prinzip der Bestenauswahl angezeigt.

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