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Hochschulkarriere jenseits der 50?

Hochschulkarriere jenseits der 50?© Andreas Franke - Fotolia.com

Nach langer Berufstätigkeit, meist außerhalb der Universität, und gleichzeitiger Promotionszeit fast am Ende der Doktorarbeit (Geisteswissenschaft), frage ich mich, ob ich im Alter von Mitte 50 noch irgendeine Chance auf eine Berufstätigkeit im universitären Bereich habe. Gibt es noch Möglichkeiten für jemanden wie mich?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Ob Sie tatsächlich gute Chancen auf eine Tätigkeit in der Universität oder Fachhochschule im Bereich Geisteswissenschaften haben, läßt sich nicht so einfach beantworten.

Für eine Berufung auf eine Professur müssen Sie gewisse Qualifikationsvoraussetzungen, die Sie im jeweiligen Landeshochschulrecht finden, erfüllen. Hier gibt es Unterschiede aufgrund der föderalen Struktur in Deutschland im Hochschulwesen. Gute Hinweise und alle Hochschulgesetze finden Sie auf der Homepage des DHV (Deutscher Hochschulverband).

Aufgrund Ihrer Praxiserfahrung (Tätigkeiten außerhalb der Universität) wäre eine Professur an einer Fachhochschule erwägenswert. Man kann also bei Fachhochschulen davon ausgehen, dass das Interesse an wissenschaftlich ausgewiesenen "gestandenen Praktikern" hier in jedem Fall besteht (exponierte Tätigkeiten in einem Unternehmen). Für eine Fachhochschulprofessur ist Berufserfahrung in der freien Wirtschaft sehr wichtig. Sie müssen hier besondere Leistung bei der Anwendung udn Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden in einer mindestens fünfjährigen beruflichen Praxis, von der mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs ausgeübt worden sein, aufweisen. Natürlich ist es auch für die Fachhochschulprofessur von Vorteil, wenn Sie durch den Nachweis der Promotion zeigen können, dass Sie wisenschaftlich qualifiziert sind.

Wichtig ist natürlich auch, wissenschaftlich aktiv zu sein, z.B. wissenschaftliche Publikationen vorweisen zu können und sie sollten Ihr akademisches Netzwerk pflegen und zu Fachtagungen gehen. Letztlich sollten Sie natürlich den akademischen Stellenmarkt in Ihrem Fach genau beobachten. Fachspezifische Einstellungsvoraussetzungen können Sie aus Ausschreibungstexten beim Beobachten des Stellenmarktes sehr gut entnehmen .

Wichtig ist auch noch die Darlegung Ihrer pädagogischen Eignung. Dazu bedarf es in der Regel eines Nachweises, dass Sie in der Lage sind, Studierenden im Fachgebiet eine wissenschaftbezogene Ausbildung zu vermitteln. Hier sind Lehraufträge eine gute Möglichkeit.

Auch eine Gastvortragstätigkeit ist eine Möglichkeit, die Lehre an der Hochschule kennenzulernen, die ggf. bei gegenseitigem Interesse zu einer Zusammenarbeit mit der jeweiligen Fakultät führen kann.

Weitere Informationen (z.B. einen Leitfaden zur FH-Promotion und Professur) finden Sie auf der Homepage von Thesis.

Ihr Alter von 50 Jahren ist kein Hinderungsgrund, Professorin zu werden. Nur bei der Verbeamtung gibt es Altersgrenzen, die länderspezifisch unterschiedlich sind, so dass dann ggf. nur noch eine Professur in einem Angestelltenverhältnis in Frage käme.

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