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Ist eine Juniorprofessur einer mehrjährigen Zeit in der Schulpraxis vorzuziehen?

Ist eine Juniorprofessur einer mehrjährigen Zeit in der Schulpraxis vorzuziehen?© Neelz - Photocase.de

Ich schließe im April 2008 mein Referendariat (Oberstufe allgemeinbildende Schulen) mit dem 2. Staatsexamen ab. Vorher habe ich auf Lehramt studiert und anschließend in Erziehungswissenschaft promoviert (Summa cum Laude) und möchte zukünftig gerne in der Wissenschaft arbeiten. Ich bin 30 Jahre, weiblich, habe bereits zahlreiche Veröffentlichungen, Stipendien, einen Wissenschaftspreis und Auslandsaufenthalte (z.B. an der Harvard-University).

Nun meine Frage: Ich habe mich auf eine Juniorprofessur beworben und bin zum Vortrag eingeladen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es langfristig nicht ratsamer wäre, zunächst weitere Schulpraxis zu sammeln, um irgendwann eine Dauerstellung zu erlangen.

In Stellenausschreibungen für Dauerstellen in der Erziehungswissenschaft ist stets eine 3jährige Schulpraxis gefordert, was raten Sie mir? Die Praxis macht mir sehr viel Spaß und ich kann mir durchaus vorstellen, dies einige Jahre zu betreiben (nur eben nicht für immer)!

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Sofern Sie sich mit deEine allgemeingültige Beantwortung Ihrer Frage danach, ob es im Fach "Erziehungswissenschaft" stets ratsam wäre, einer Juniorprofessur eine mehrjährige Zeit in der Schulpraxis vorzuziehen, ist von hier aus leider nicht möglich. Es wird vielmehr darauf ankommen, in welcher Fachrichtung genau Sie später einmal tätig werden wollen. Auch kann das Anforderungsprofil, welches im Hinblick auf eine ausgeschriebene Professur erfüllt werden muss, je nach konkreter Professur sehr variieren.

Es empfiehlt sich daher, den Ausschreibungstext genau zu analysieren. Man wird gewiss sagen können, dass eine Juniorprofessur ein wichtiger Schritt hin zur Vollprofessur ist. Nicht selten werden positiv evaluierte Juniorprofessoren nach Ablauf der Dienstzeit in eine Vollprofessur übernommen.

Wenn Sie aber andererseits bei Ihrer Lektüre der einschlägigen Ausschreibungstexte festgestellt haben, dass weit überwiegend eine mehrjährige Schulpraxis gefordert wird, so erscheint es als durchaus opportun, die geforderte Schulpraxis in einem ersten Schritt sicherzustellen. Auf diese Weise können Sie u. U. die Erfolgschancen auf eine Vollprofessur erhöhen, vorausgesetzt, dass Sie während der Zeit Ihrer Schulpraxis Ihre wissenschaftliche Betätigung (z. B. Veröffentlichungen) nicht aus dem Auge verlieren.
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