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Ist eine wissenschaftliche Laufbahn für mich noch möglich?

Ist eine wissenschaftliche Laufbahn für mich noch möglich?© Karl Dolenc - iStockphoto.com

Kann ich unter folgenden Umständen überhaupt noch eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben? Mein Diplom in Physik habe ich mit gut abgeschlossen. Danach war ich etwa einige Jahre außerhalb des Wissenschaftsbetriebs in der freien Wirtschaft beschäftigt. Später dann konnte ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität und am Max Planck Institut tätig werden und auch meine Promotion im Bereich der Atmosphärenphysik erfolgreich mit mcl abschließen, wobei ich zwischenzeitlich für ein kleines Unternehmen außerhalb der Universität gearbeitet habe.

Gerne würde ich auf dem Gebiet der Atmosphärenforschung weiter arbeiten. Ideen und die Kontakte für ein Forschungsvorhaben wären vorhanden. Dazu müsste ich allerdings an meinem alten Institut einen Forschungsantrag ausarbeiten. Es stellt sich nun aber die Frage, ob ich in meiner persönlichen Situation überhaupt eine Fortsetzung einer wissenschaftlichen Tätigkeit anstreben soll; denn ich wäre von konkurrierenden jüngeren Habilitanden umgeben, die mindestens das zehnfache an Veröffentlichungen aufweisen können. Ein weiterer Hinderungsgrund ist die auf 12 Jahre begrenzte Zeit für befristete Arbeitsverhältnisse an einer wissenschaftlichen Einrichtung.

Wie beurteilen Sie meine Bedenken ? Ist eine Karriere im Ausland eine Alternative? Für Ihre Mühe und Unterstützung bedanke ich mich im Voraus.

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Vor dem Hintergrund Ihrer Schilderungen ist es grundsätzlich auch in Zukunft möglich, eine wissenschaftliche Laufbahn anzustreben. Insofern wird es vornehmlich auf den universitären bzw. außeruniversitären Arbeitsmarkt in Ihrer Fachrichtung ankommen. Diesen sollten Sie einmal beobachten, insbesondere in der Zeitschrift Forschung & Lehre bzw. der ZEIT oder auch auf den Internetseiten von academics. So besteht mitunter die Möglichkeit, ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschung zu erhalten.

Insofern würde auch die Zwölf-Jahres-Regelung nicht gelten. Im Hinblick auf bestehende Qualifikationsstellen an Universitäten bzw. wissenschaftlichen Einrichtungen greift in der Tat die sogenannte Zwölf-Jahres-Regelung. Jedoch gilt auch insofern, dass Sie als erfolgreiche Nachwuchswissenschaftlerin gute Chancen haben, sich auch auf dem wissenschaftlichen Markt entsprechend zu positionieren. Möglicherweise besteht für Sie auch die Option, ihre derzeitige Tätigkeit im außeruniversitären Bereich im Rahmen einer Teilzeitbeschäftigung fortzusetzen. Für eine Karriere im Ausland spricht insofern andererseits, dass hier eine Zwölf-Jahres-Regelung - wie sie in Deutschland existent ist - wahrscheinlich nicht existieren wird. Jedoch sind auch hier im Einzelfall bestehende rechtliche bzw. tatsächliche Usancen zu beachten.

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