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Juniorprofessur oder wissenschaftliche Mitarbeit erstrebenswerter?

Ist eine Juniorprofessur oder eine wissenschaftliche Mitarbeit erstrebenswerter?© Izabela Habur - iStockphoto.com

Ich bin gegenwärtig wissenschaftliche Mitarbeiterin, 3 Jahre nach der Promotion Gerade habe ich erfahren, dass an der Nachbaruniversität eine Juniorprofessur in meinem Fach ausgeschrieben werden soll. Nun bin ich hin- und hergerissen, ob ich mich bewerben soll.

Einerseits lockt mich die Juniorprofessur wegen des grösseren Ansehens und der Möglichkeit zum Tenure Track (ist wohl vorgesehen). Andererseits fühle ich mich in meiner gegenwärtigen Position sehr wohl und habe in meiner Arbeitsgruppe alle Freiheiten, an meinen Projekten und Publikationen zu arbeiten, so dass ich nicht formal unabhängig sein muss.

Gibt es Empfehlungen in diesem Fall? Was müsste ich noch herausfinden,um eine Entscheidung treffen zu können?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Eine abschließende Beurteilung Ihrer Frage, ob Sie sich auf die Juniorprofessur an der Nachbaruniversität bewerben oder aber lieber wissenschaftliche Mitarbeiterin an Ihrer Heimatuniversität bleiben sollen, lässt sich ohne nähere Sachverhaltskenntnis von hier aus leider nicht leisten.

Sie sollten sich als Nachwuchswissenschaftlerin allerdings darüber bewusst sein, dass, sofern Sie den Karriereweg einer Universitätsprofessur wählen möchten, es letztlich immer darum gehen wird, eine Berufungskommission davon überzeugen zu können, nach der Promotion weitere und vor allem hervorragende wissenschaftliche Leistungen erbracht zu haben. Eine individuelle Karriereberatung kann in diesem Forum leider nicht geboten werden.

Sofern Sie sich allerdings dazu entschließen würden, Mitglied des Deutschen Hochschulverbandes zu werden, könnte eine umfangreiche Situationsanalyse erfolgen. Einzelheiten über die Mitgliedschaft finden Sie auf der Internetseite www.hochschulverband.de. Im Rahmen dieses Forums sei lediglich darauf hingewiesen, dass die für die Einstellung als Universitätsprofessorin erforderlichen "hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen" nicht zwingend auf dem Weg einer Juniorprofessur erlangt werden müssen, sondern durchaus auch im Rahmen einer wissenschaftlichen Mitarbeiterschaft erbracht werden können.

Ein zentraler Aspekt der Juniorprofessur ist die Tenure Track-Option, welche es Ihnen ermöglicht, unter Ausschluss externer Konkurrenz auf eine Lebenszeitprofessur an der Hochschule übernommen zu werden. Der Vorteil einer Juniorprofessorenschaft ist darüber hinaus, dass Sie nach Maßgabe der Gesetze Hochschullehrer sind und folglich keinen fachlichen Weisungen durch vorgesetzte Professoren unterliegen.

Sie können Ihr Fach unabhängig vertreten. Auch im Hinblick auf die Forschungstätigkeiten sind Juniorprofessoren frei. Sofern Sie in Ihrem wissenschaftlichen Mitarbeiterverhältnis über eine ähnliche Freiheit verfügen, könnten Sie durchaus in Erwägung ziehen, die wissenschaftliche Mitarbeiterschaft fortzuführen. Letztlich wird es immer darauf ankommen, wie Ihr "Output" ist.
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