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Kann man über die Ruhestandsaltersgrenze hinaus als Professor tätig sein?

Kann man über die Ruhestandsaltersgrenze hinaus als Professor tätig sein?© Volker Kreinacke - iStockphoto.com

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Mit Erreichen der Ruhestandsaltersgrenze scheidet der Professor von Gesetzes wegen aus dem Dienst aus. Die Ruhestandsaltersgrenze liegt derzeit in den meisten Bundesländern noch beim vollendeten 65. Lebensjahr. In Niedersachsen etwa wurde sie jedoch auf das vollendete 68. Lebensjahr angehoben mit Ausnahme derjenigen Professoren, die am Stichtag des 1. Januar 2007 bereits das 60. Lebensjahr vollendet haben. In allen Bundesländern eröffnen die jeweils einschlägigen beamtengesetzlichen Regelungen allerdings die Möglichkeit, den Eintritt in den Ruhestand auf Antrag des beamteten Professors um eine bestimmte Frist hinauszuschieben. Voraussetzung ist, dass das Hinausschieben des Ruhestands im dienstlichen Interesse liegt.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass das Hinausschieben jeweils nur für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr beantragt werden kann und längstens bis zum Ende des Monats möglich ist, in dem das 68. Lebensjahr vollendet wird.

Im Vorfeld der Antragstellung empfiehlt es sich, zunächst in der Fakultät, insbesondere mit dem Dekan, und sodann mit der Hochschulleitung zu besprechen, ob und für welchen Zeitraum ein Hinausschieben des Ruhestands in Betracht kommt. Freilich ist das dienstliche Interesse schlüssig darzulegen. Diesbezüglich kann beispielsweise auf noch laufende oder einzuwerbende Drittmittelprojekte hingewiesen werden, die das Tätigsein des Professors auch zum Wohle des Renommees der Hochschule dringend erfordern. Sollte sich die Hochschule nicht auf das Hinausschieben des Ruhestandes einlassen wollen, so besteht die Möglichkeit, nach dem Eintritt in den Ruhestand im Rahmen eines öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnisses als angestellter Professor bei der Universität tätig zu werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass nach beamtenrechtlichen Grundsätzen ein Einkommen, das aus einer Verwendung im öffentlichen Dienst erworben wird, auf die Pensionsbezüge anzurechnen ist, sofern es eine bestimmte Höchstgrenze erreicht oder gar übersteigt.