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Lebendige Spitzenforschung mit Struktur

Von Maike Steuer

Die deutsche Forschungslandschaft genießt in den Lebenswissenschaften einen exzellenten Ruf. Durch eine Vielzahl englischsprachiger, international ausgerichteter Doktorandenprogramme ist die Promotion in Deutschland auch bei ausländischen Graduierten sehr beliebt.

Lebendige Spitzenforschung mit Struktur© Fotolia V - Fotolia.com
Die deutsche Forschungslandschaft genießt in den Lebenswissenschaften einen exzellenten Ruf. Durch eine Vielzahl englischsprachiger, international ausgerichteter Doktorandenprogramme ist die Promotion in Deutschland auch bei ausländischen Graduierten sehr beliebt.

Gregor Mendel hatte ein ausgeprägtes Faible für Erbsen. Durch Zucht und Kreuzung verschiedener Sorten gelang es ihm Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals die Vererbungsgesetze abzuleiten. Damit legte er die Grundlage für einen Forschungsbereich, der über 150 Jahre später in Deutschland boomt, wie kaum ein anderer.

Im angloamerikanischen Raum als "Life Sciences" bekannt, sprechen deutsche Forscher gern von Lebenswissenschaften bzw. Biowissenschaften und meinen alle das Gleiche: Die Disziplinen Biochemie, Bioinformatik, Biologie, Biomedizin, Biophysik, Bio- und Gentechnologie, Ernährungswissenschaften, Lebensmitteltechnologie, Medizin, Medizintechnik, Pharmazie, Pharmakologie, Umweltmanagement und -technik.

Schwerpunkt der Forschungspolitik

Längst sind die Forschungsobjekte von Erbsengröße auf wenige Nanometer geschrumpft. Mit bloßem Auge unsichtbare Materie, die trotzdem einen riesigen Einfluss auf die unterschiedlichsten Lebensbereiche hat und in ganz Deutschland Gegenstand von Spitzenforschung ist.

Internationale Graduierte der Lebenswissenschaften, die sich für eine Promotion in Deutschland interessieren, bekommen exzellente Arbeitsbedingungen geboten. Nicht nur ist die Förderung der Biotechnologie zentraler Schwerpunkt der Forschungspolitik der Bundesregierung, auch die führenden Forschungsinstitutionen wie DFG, Max-Planck, Fraunhofer, Helmholtz oder Leibniz setzen Schwerpunkte bei der Aufklärung von genetisch ausgelösten Krankheiten sowie der Gesundheits-, Umwelt- und Ernährungsforschung.

Struktur hat Tradition

Während in den Geistes- und Sozialwissenschaften die individuelle Promotion unter Betreuung eines Doktorvaters nur langsam strukturierten Programmen weicht, liegt es in der Natur der Biowissenschaften, strukturiert zu arbeiten. Von jeher bildet die Arbeit im Labor und einem Team aus Forschern die Grundlage für eine Promotion. Geändert haben sich jedoch die Qualität und die internationale Ausrichtung.

Obwohl das Kind je nach Institution Graduiertenkolleg, Graduate School, International Research School oder schlicht Doktorandenprogramm heißt, hat es immer das gleiche Ziel: Innerhalb von etwa drei Jahren Top-Absolventen strukturiert zur Promotion zu führen. Wobei "strukturiert" nicht "verschult" bedeutet, sondern lediglich auf die veränderten Rahmenbedingungen anspielt, die Promovenden der Lebenswissenschaften erwarten. Neben der eigentlichen Forschungsarbeit sind die Doktoranden dazu verpflichtet, sich in Seminaren, Kolloquien oder Workshops weiterzubilden und Soft Skills zu erwerben, die ebenfalls für eine akademische Karriere wichtig sind.

Geförderte Eigenständigkeit

Von Beginn der Promotion an wird jeder Doktorand als vollwertiges Teammitglied angesehen, von dem eigenständiges und selbstverantwortliches Arbeiten erwartet wird. Nichtsdestotrotz gewährleisten die Programme eine intensive Betreuung durch ein bis zwei Professoren pro Doktorand in einem erstklassig ausgestatteten Forschungsumfeld.

Um Teil dessen zu werden, führt der erfolgversprechendste Weg mittlerweile meistens über das zentrale Auswahlverfahren der Institution, das mehrstufig die besten Bewerber herausfiltert und mit Projekten "matched". Neben dem Notendurchschnitt und erkennbarer Motivation ist vor allem dieses "Matching" eines der Hauptkriterien bei der Auswahl geeigneter Doktoranden.

Finanziell sind die Promovenden durch Stipendien abgesichert, die entweder direkt von dem verantwortlichen Institut vergeben werden oder für die man sich bei externen Organisationen bewerben kann. Einen Überblick über die vorhandenen Fördermöglichkeiten liefert der "Funding Guide" des DAAD.

Quelle: DAAD»

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