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Lehrerlaufbahn oder zurück in den alten Beruf als Exportsachbearbeiterin?

Einstieg in die Lehrerlaufbahn oder zurück in den alten Beruf als Exportsachbearbeiterin?© danzo08 - stock.xchng

Ich habe eine Frage bezüglich meiner weitren Berufslaufbahn: Im letzten Jahr habe ich mein Studium der Diplompädagogik (Fachrichtung Berufsbildung) mit Nebenfächern Soziologie und Psychologie mit dem Notendurchschnitt 1,0 abgeschlossen.

Davor hatte ich eine kaufmännische Berufsausbildung absolviert und war 15 Jahre als Exportsachbearbeiterin der Metall- und Kunststoffbranche tätig. Ich bin über 40 und mache ich mir über meinen weiteren Werdegang Gedanken. Einerseits habe ich eine Promotionsabsicht in der Berufsbildungsforschung (Hierfür stehen das Thema und Expose schon fest).

Das Problem ist hierbei, dass ich zur Ausführung meiner Promotion auf ein Stipendium angewiesen bin, aber aufgrund des Alters schwer an eine Förderung komme. Andererseits hätte ich Interesse entweder als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Institutionen tätig zu sein oder (realistischer) als Lehrkraft zu arbeiten, als Seiteneinsteigerin, vorzugsweise am Berufskolleg. Zurzeit versuche ich in beide Richtungen zu recherchieren. Ich würde nur ungern noch mal zurück zum alten Beruf als Exportsachbearbeiterin, obwohl der Markt zurzeit aufgrund meiner sprachlichen Kenntnisse für mich eher zugänglich erscheint.

Die Promotion wäre sicher eine Möglichkeit, die ich bevorzugen würde. Aber ich weiß nicht, welche Möglichkeit der Stipendienförderung es in meiner Situation gibt. Eine Lehrerlaufbahn wäre zwar eine harte, aber auf Dauer eine sichere Tätigkeit.

Was würden Sie mir empfehlen?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Eine Promotion ist im wissenschaftlichen Umfeld zweifelsohne nach wie vor als wichtige Voraussetzung zur Erlangung einer Position aufzufassen. Dies gilt beispielsweise für Lehrkräfte für besondere Aufgaben oder für die noch nach Landesrecht auszugestaltenden Position eines "Lecturers".

In der Privatwirtschaft wird der Doktortitel nach wie vor auch in Führungspositionen erwartet. Ein noch anhängiges Promotionsverfahren wird erfahrungsgemäß ab Vollendung des 40. Lebensjahres aber eher als Privatangelegenheit aufgefasst. Hinsichtlich des von Ihnen avisierten Stipendiums möchten wir Sie auf die Arbeitsgemeinschaft der Begabtenförderwerke "Stipendium plus" hinweisen.

Sie finden die Homepage unter: www.stipendiumplus.de. Dort besteht die Möglichkeit, sich zentral über die elf vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützten Begabtenförderungswerke zu informieren. Sollte ein von Ihnen als zwingend vorausgesetztes Stipendium nicht zustande kommen, bestünde nach unserer Auffassung die Möglichkeit, berufsbegleitend zu promovieren. Insoweit könnte ein Seiteneinstieg in die Lehrerlaufbahn verbunden mit einer berufsbegleitenden Promotion durchaus in Erwägung gezogen werden.
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