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Positionskämpfe vor dem Bildungsgipfel

 

Einige Bundesländer üben sich im Widerstand gegen eine gemeinsame Bildungsinitiative.

Positionskämpfe vor dem Bildungsgipfel© Kurt Cotoaga - iStockphoto.com
Einen Monat vor dem Bildungsgipfel von Bund und Ländern wächst nach Informationen der Süddeutschen Zeitung in mehreren Bundesländern der Widerstand, sich für eine gemeinsame Bildungsinitiative zu verpflichten. So kritisierten einige Länder zunehmend die Art und Weise, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel versuche, das Thema für sich zu besetzen.

Das gelte vor allem für den Versuch, die Länder zu drängen, die sogenannte demographische Rendite ausnahmslos für ein besseres Bildungssystem einzusetzen. Gemeint ist jenes Geld, das durch den Rückgang der Schülerzahlen in den Länderhaushalten frei wird. Nach ersten Schätzungen könnten sich diese Mittel bundesweit im Jahr 2015 auf acht Milliarden Euro belaufen.

Zuvor hatte die Financial Times Deutschland berichtet, die Bildungsminister von Bund und Ländern hätten sich auf ein erstes Bündel von Maßnahmen für den Bildungsgipfel verständigt.

Demzufolge verpflichteten sich Bund und Länder, ihre Bildungsausgaben zu steigern. Der Bund soll mehr Geld für BAföG und Begabtenförderung geben. Ob damit ein nationales Stipendiensystem gemeint sei, sei ebenso offen wie die Höhe der Investitionen.

Bund und Länder streben nach Angaben der Zeitung weiter an, dass 40 Prozent eines Jahrgangs studieren. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, verpflichte sich der Bund, die Länder bis 2015 bei der Schaffung zusätzlicher Studienplätze zu unterstützen.

Ziel sei es unter anderem, die Zahl der durch einen Numerus clausus beschränkten Studiengänge zu verringern. Die Länder sollen im Gegenzug die Betreuung in den Bachelor- und Masterstudiengängen verbessern. Spätestens ab dem Schuljahr 2010/2011 sollen Abiturienten in Deutschland nach einheitlichen Standards geprüft werden.

Im ersten Schritt gelte das für Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen, ab 2013 auch für die Naturwissenschaften. So solle das Abitur deutschlandweit vergleichbar werden.

Aus Forschung und Lehre :: Oktober 2008

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