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Hubert Zitt: Professor für Informatik an der FH Kaiserslautern


Protokoll: Jan-Martin Wiarda

Professoren erzählen, wie Filme, Fernsehserien und Werbung ihre Lehre verbessern.

Mit Dr. House im Hörsaal - Hubertus Zitt Prof. Zitt (46) ist Professor für Informatik an der FH Kaiserslautern
Theoretisch ist das mit dem Beamen ganz einfach. Man scannt einen Menschen von oben bis unten, bildet so seinen Bauplan aus Elementarteilchen ab. Dann wandelt man die Elementarteilchen in Energie um, verschickt sie zu sammen mit dem Bauplan und setzt den Menschen anderswo wieder zusammen. Wenn ich meinen Studenten oder interessierten Laien Sequenzen aus der legendären Science-Fiction-Serie Star Trek zeige, möchte ich sie inspirieren. Zeigen, was vielleicht eines Tages möglich ist. Häufig folge ich den Einladungen renommierter Universitäten, meine Vorlesung zu halten - allerdings immer als Zusatzangebot, nie als Teil normaler Studiengänge. Als ich in den USA unterrichtet habe, war das anders: Da bekamen meine Studenten Credits für "Physics of 'Star Trek'".

Eigentlich bin ich kein Physiker, sondern Ingenieur, aber das Beamen oder der überlichtschnelle Warpantrieb fallen ganz klar in die Zuständigkeit eines Ingenieurs. Ich glaube, dass die Technik von heute und die Technik in Science-Fiction-Filmen sich gegenseitig beeinflussen. Denken Sie an das Handy, das Star Trek in Form der Kommunikatoren vorweggenommen hat, die Captain Kirk und seine Crew bei sich tragen. Umgekehrt werden Erfindungen der Gegenwart sofort in der Science-Fiction umgesetzt, so enthalten neue Filme natürlich Touchscreen-Monitore. Auch das Beamen ist mehr als ein Hirngespinst. Die sogenannte Quantenteleportation, bei der die Eigenschaften von Elementarteilchen an andere Elementarteilchen verschickt werden, ist längst im Versuchsstadium.

Genau das ist das Spannende: Die Technologie von Star Trek widerspricht nie bekannten Naturgesetzen, sondern erweitert sie. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass wir eines Tages wirklich Menschen per Teleportation verschicken. Andererseits: Vor 100 Jahren hätte sich niemand die Errungenschaften, die wir heute haben, auch nur erträumen können.

weiter: Margit Szöllösi-Janze, Professorin für Neuere Geschichte an der Universität Köln

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Aus DIE ZEIT :: 07.01.2010

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