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Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst / Seiteneinstieg in den Schuldienst

Was ist ein Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst? Wer kann einen Seiteneinstieg in den Schuldienst vollziehen?

Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst
Derzeit kann bundesweit in bestimmten Fächern bzw. Fachkombinationen der Einstellungsbedarf für Lehrkräfte nicht vollständig abgedeckt werden. Um die Zahl der ausgebildeten Lehrkräfte in längerfristigen Bedarfsfächern zu erhöhen, besteht die Möglichkeit, Bewerberinnen und Bewerber mit Hochschulabschluss (Universität) ohne Lehramtsausbildung in den Vorbereitungsdienst für die jeweiligen Lehrämter einzustellen, sofern die vorhandenen Ausbildungsplätze nicht vollständig mit Bewerberinnen und Bewerbern besetzt werden können, die ein Erstes Staatsexamen für das entsprechende Lehramt abgelegt haben.

Einstellungen in den Vorbereitungsdienst erfolgen im Beamtenverhältnis auf Widerruf. Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate (Lehrämter an Grund- und Hauptschulen, Realschulen und Sonderschulen) bzw. zwei Jahre (Lehramt an Gymnasien). Bei vorausgegangener Lehrtätigkeit und positivem Lernfortschritt während des Vorbereitungsdienstes kann der Vorbereitungsdienst um bis zu sechs Monate verkürzt werden. Die Ausbildung erfolgt an den beiden Lernorten Studienseminar und Ausbildungsschule. Ziel der Ausbildung ist, die künftigen Lehrkräfte auf der Grundlage ihres Studiums mit Theorie und Praxis der Erziehung und des Unterrichts allgemein und ihrer jeweiligen Unterrichtsfächer vertraut zu machen. Die Ausbildung erfolgt in der Regel für zwei Ausbildungsfächer; bei den Fächern Musik und Bildende Kunst für das Lehramt an Gymnasien nur für jeweils ein Fach. Beim Lehramt an Sonderschulen erfolgt die Ausbildung in zwei Fachrichtungen (eine davon Lern- oder Verhaltensbehindertenpädagogik) sowie in einem Fach. Die Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger legen das Zweite Staatsexamen für das jeweilige Lehramt ab. Sie erwerben damit eine vollwertige Lehrbefähigung und können sich nach erfolgreichem Abschluss um Einstellung in den Schuldienst bewerben. Da im Wege des Quereinstiegs ausschließlich Bewerberinnen und Bewerber mit Bedarfsfächern berücksichtigt werden, bestehen sehr gute Einstellungsaussichten. Dies gilt insbesondere, wenn die Bereitschaft besteht, auch an integrierten Schulsystemen (Integrierten Gesamtschulen, Regionalen Schulen, Dualen Oberschulen) zu unterrichten und keine regionalen Beschränkungen bezüglich der Schulstandorte bestehen.

In einigen Bundesländern besteht die Möglichkeit, Bewerberinnen und Bewerber mit Hochschulabschluss (Universität) ohne Lehramtsausbildung oder mit Erster Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen, Realschulen oder Gymnasien für bestimmte Fächer bzw. Fachkombinationen (Bedarfsfächer) in den Schuldienst einzustellen. Die Bedarfsfächer werden für die einzelnen Schularten für jeden Einstellungstermin neu festgestellt. Diese Lehrkräfte werden zunächst für die Dauer von zwei bzw. drei Jahren im Angestelltenverhältnis eingestellt und zu einem Viertel vom Unterricht freigestellt, um eine begleitende pädagogische Ausbildung zu absolvieren. Nach der zwei- bzw. dreijährigen Ausbildung legen sie eine Prüfung zur Erlangung der Lehrbefähigung ab. Bei Bestehen der Prüfung werden die Lehrkräfte unbefristet in den Schuldienst übernommen. Sofern die übrigen beamtenrechtlichen Voraussetzungen (beispielsweise Altersgrenze) zum Zeitpunkt der Übernahme vorliegen, erfolgt dies im Beamtenverhältnis.

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