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Vergaberegelung im Berufungsverfahren

Vergaberegelung im Berufungsverfahren© Ruben Joye - stock.xchng

Gibt es offizielle Regelungen über das Verfahren zur Berufung für den Fall, dass der bestplatzierte Bewerber (Listenplatz 1) den Ruf ablehnt? Konkret: Geht der Ruf dann "automatisch" an den
Listenplatz 2?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Es gibt keine gesetzlichen Regelungen, die den von Ihnen beschriebenen Automatismus, dass eine Liste von oben nach unten abgearbeitet wird, festlegen. Auf universitärer Ebene kann es aber untergesetzliche Berufungsordnungen geben, die ein solches Verfahren vorschreiben. Im Normalfall wird sich aber eine Universität und eine Fakultät nicht auf diese Weise binden wollen.

Obwohl in der Praxis 99% aller Berufungen nach dem Verfahren ablaufen, dass eine Liste nach der Reihung "abgearbeitet" wird, gibt es keine rechtliche Verpflichtung der Ruf aussprechenden Institution, so vorzugehen. Das sog. "Springen in der Liste" ist durchaus möglich. Allerdings muss die Ruf aussprechende Institution - d.h. in einigen Bundesländern noch der Minister, in der überwiegenden Zahl der Bundesländer inzwischen die Zentrale Leitung der Hochschule - dann den entsprechenden Konflikt mit dem Fachbereichsrat ausfechten.

Aber auch die Fakultät kann wankelmütig werden und nach dem zurückgegebenen Ruf auf Platz 1 neu entscheiden und unter den verbliebenen Bewerbern eine neue Reihung vornehmen oder neu ausschreiben. Auch dies ist ein außergewöhnlicher Vorgang, der die Reputation einer Fakultät in Frage stellt. Rechtlich möglich ist das aber.
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