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Vorbereitung auf Bewerbungsgespräch als wissenschaftliche Mitarbeiterin

Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch als wissenschaftliche Mitarbeiterin© Aldo Murillo - iStockphoto.com

Ich habe mich auf eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin beworben und wurde erfreulicherweise zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Leider habe ich aber bisher nur Erfahrungen im Umgang mit Bewerbungsgesprächen in Unternehmen der Privatwirtschaft. Nun wäre meine Frage, ob sich das Bewerbungsgespräch auf eine wissenschaftliche Tätigkeit hin von den oben genannten unterscheidet. Muss ich mich anders vorbereiten? Welche Fragen und Themen werden erfahrungsgemäß in dieser Situation gestellt?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Ein Vorstellungsgespräch in einer Universität unterscheidet sich zum Teil erheblich von einem Vorstellungsgespräch in der Privatwirtschaft. In aller Regel führt das Vorstellungsgespräch ein Hochschullehrer mit Ihnen. Während in der Privatwirtschaft - selbstverständlich je nach Größe des Unternehmens - solche Vorstellungsgespräche in aller Regel professionell vorbereitet werden, führt der Hochschullehrer ein solches Vorstellungsgespräch vielleicht ein- bis zweimal im Jahr. Manchmal liegen auch mehrere Jahre zwischen solchen Gesprächen.

Daraus folgt bereits, dass Sie weniger mit unangenehmen Fragen oder gar mit Fangfragen konfrontiert werden dürften. Für den Hochschullehrer stehen in erster Linie Ihre Qualifikation und Ihre Belastbarkeit auf seiner Prioritätenliste.

Daraus folgt im Weiteren, dass Ihr Hauptaugenmerk auf der Darstellung Ihrer fachlichen Qualifikation für die ausgeschriebene Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin stehen sollte. Dazu ist es hilfreich, die Aufgabenbeschreibung einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin zu kennen. Glücklicherweise geben die jeweiligen Landeshochschulgesetze, die Sie unter www.hochschulverband.de, einsehen können, eine umfassende Umschreibung über das generelle Tätigkeitsprofil einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin. Innerhalb dieser umfassenden Aufgabenbeschreibung gibt es natürlich eine Vielzahl von Einzelaufgaben, so dass es Ihr Part in diesem Bewerbungsgespräch wäre, das Tätigkeitsprofil im Einzelnen genauer zu erfragen. Erwartungsgemäß wird es um wissenschaftliche Dienstleistung, z.B. bei Projekten, auch Buchprojekten, Vorbereitung von Tagungen usw. gehen. Je nach Fach können aber auch ganz andere wissenschaftliche Dienstleistungen erwartet werden.

Im Übrigen gilt natürlich auch für Stellen in der Universität, dass die Sekundärtugenden eine wichtige Rolle spielen. Ein Lehrstuhl ist ein Kleinstunternehmen, in dem noch mehr als in größeren Einheiten ein gedeihliches Miteinander und gegenseitiges Vertrauen unentbehrlich ist.

Eine wichtige Frage, die Sie möglicherweise im Vorfeld für sich erst einmal beantworten müssen, ist die nach der Möglichkeit einer weiteren persönlichen wissenschaftlichen Qualifikation. Mithin muss geklärt werden, ob eine solche Qualifikationsleistung (Promotion) zum einen von Ihnen selbst angestrebt wird, vom Lehrstuhlinhaber gefördert oder aber nur geduldet wird. Ein letzter Tipp: Es muss deutlich werden, dass Sie eine innere Identifikation mit dem Forschungsgebiet des Hochschullehrers haben. Selbstverständlich müssen Sie über die bisherigen Veröffentlichungen des Hochschullehrers (und seiner Mitarbeiter) sowie über die Struktur des Lehrstuhles sich vorher ausführlich informieren. Dies ist aber in aller Regel anhand des Internets problemlos möglich.