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Wann kommt eine Umhabilitation in Betracht?

Wann kommt eine Umhabilitation in Betracht?© Andreas Teske - iStockphoto.com

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Der Privatdozent hat das Recht und die Pflicht, an derjenigen Fakultät zu lehren, die das Habilitationsverfahren durchgeführt und ihm die Lehrbefugnis erteilt hat. Nicht selten entsteht jedoch eine Situation, die es dem Privatdozenten erschwert, seine Pflichtlehre an der Heimatfakultät zu erbringen - etwa, wenn er aus beruflichen Gründen seinen Wohnsitz dauerhaft in großer räumlicher Entfernung nehmen muss. Eine Befreiung von der Pflichtlehre kommt in diesem Fall regelmäßig nicht in Betracht. Es besteht aber grundsätzlich die Möglichkeit, durch Umhabilitation das "Band" zur Heimatfakultät zu lösen und mit einer anderen Fakultät ein neues zu begründen.

Das Verfahren für eine Umhabilitation ist in vielen Habilitationsordnungen explizit geregelt. Die Vorlage einer neuen Habilitationsschrift ist in der Regel nicht erforderlich, vielmehr kann die bereits an der Heimatfakultät eingereichte Arbeit vorgelegt werden. Ob und gegebenenfalls welche mündliche Habilitationsleistung der Antragsteller noch zu erbringen hat, hängt von der Entscheidung der aufnehmenden Fakultät ab. Oftmals wird auf eine mündliche Habilitationsleistung verzichtet, sofern der Antragsteller an einer Fakultät habilitiert worden ist, deren Habilitationsordnung mit derjenigen der aufnehmenden Fakultät vergleichbar ist. Einer Umhabilitation bedarf es nicht, wenn der Privatdozent auf eine Professur berufen wird. Vielmehr ruht die Lehrbefugnis an der Heimatfakultät. Sie lebt erst wieder auf, wenn das Dienstverhältnis - etwa bei einer Professur auf Zeit - erlischt.
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