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Was bedeutet Lehrverpflichtung?

Was bedeutet Lehrverpflichtung?© Neelz - Photocase.de

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Zwar garantiert das Grundgesetz, dass jeder Universitätslehrer seine Lehrtätigkeit eigenverantwortlich gestalten kann (Weisungsfreiheit), aber es gibt trotzdem die Lehrverpflichtung. In der Regel richtet sich die Dienstaufgabe "universitäre Lehre" quantitativ nach dem konkret übertragenen Amt und der jeweiligen Lehrverpflichtungsverordnung des Landes (LVVO). Während das Lehrdeputat für Hochschullehrer an Universitäten in Baden- Württemberg, Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und teils in Schleswig-Holstein (in Flensburg) 9 Semesterwochenstunden beträgt, sind es je nach Berufungsvereinbarung in Bremen 8 bis 10 und in allen anderen Ländern 8 Semesterwochenstunden. Für den Umfang der Lehrverpflichtung ist die Festsetzung der Vorlesungszeit im Studienjahr (nach landesrechtlichen Vorgaben) entscheidend.

Die Überwachung der Lehrverpflichtung gehört zu den Kernaufgaben der Fakultät bzw. der Fakultätsleitung und richtet sich nach der jeweiligen LVVO (hierzu gibt es entsprechende Meldebögen der Universitäten). Grundsätzlich werden nur diejenigen Veranstaltungen auf das Lehrdeputat angerechnet, die auch tatsächlich abgehalten worden sind. Teilweise enthält die LVVO entsprechende Hinweise, wie ausgefallene Lehrveranstaltungen nachgeholt werden müssen.

Für die Dauer einer Krankheit entfällt die Dienstpflicht und damit auch die Lehrverpflichtung. Außerdem bestimmt die LVVO Fälle von Ermäßigung der Lehrverpflichtung (z.B. bei Übernahme von Selbstverwaltungsaufgaben, etwa als Dekan) und enthält Vorschriften mit Abweichungen der Lehrverpflichtung, um dem wechselndem Lehrbedarf in einem Fach gerecht zu werden. Teilweise gibt es auch spezielle Regelungen zur befristeten oder auch dauerhaften Erhöhung oder Verminderung des Lehrdeputats.
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