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Was bringt eine Habilitation für den Karriereweg außerhalb der Universität?

Was bringt eine Habilitation für den Karriereweg außerhalb der Universität?© soulcore - Photocase.de

Was bringt mir eine begonnene Habilitation für einen weiteren Karriereweg außerhalb der Universität? Ich bin als Postdoc an einem staatlichen Institut im Öffentlichen Dienst eingestellt worden und eine Habilitation wird erwünscht. Was, außer gute Netzwerkkontakte, bringt mir eine Habilitation für eine weitere Laufbahn in der Industrie, gesetzt dem (wahrscheinlichen) Fall, dass eine Verlängerung des befristeten Vertrages trotzdem nicht gewährleistet ist. Mit anderen Worten: lohnt sich der (doch enorme) Mehraufwand, wenn die Versprechungen nicht eingehalten werden, bzw. die Forschungsergebnisse nicht so publizierbar sind, wie erwünscht?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Ob Ihnen eine abgeschlossene Habilitation für Ihren weiteren Karriereweg außerhalb der Hochschule "etwas bringt", kann sicher nicht ohne Außerachtlassung des Fachgebietes beantwortet werden. Zu beachten ist aber, dass die Habilitation regelmäßige Voraussetzung für die Bekleidung einer Lebenzeit-Professur darstellt.

Trotz unbestritten höchster Qualifikation kann mit der Entscheidung für eine Habilitation jedoch aus Sicht potentieller außeruniversitärer Arbeitgeber ausgedrückt werden, dass Sie sich im Grunde für eine wissenschaftliche Karriere entschieden haben. Die spätere "Umkehr" trotz Habilitation erfordert daher im Regelfall einen erheblichen Begründungsaufwand. Freilich sind einige Ausnahmen denkbar, etwa für die Fälle, in denen erhebliche wissenschaftliche Qualifikationen auch im außeruniversitären Bereich gefragt ist. Dies kann etwa naturwissenschaftliche Forschungsbereiche in privatrechtlichen Unternehmen betreffen.

Wenn schon - wie gesagt abhängig vom Fachgebiet - die abgeschlossene Habilitation durchaus ein Hindernis für eine Karriere außerhalb der Hochschule darstellen kann, so gilt dies erst recht für die nicht abgeschlossene Habilitation. Problematisch kann ein Lebenslauf dann wirken, wenn ein Vorhaben etwa wegen (absehbarer) Erfolglosigkeit abgebrochen wird. Hieraus lässt sich sodann der Umkehrschluss ziehen, dass der "Karrierewechsel" eben nicht freiwillig geschieht.