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Wege in den Bereich der Lehrerausbildung

Wege in die Lehrerausbildung?© Anton Seleznev - iStockphoto.com

Ich bin ausgebildete Lehrerin und möchte raus aus dem Schuldienst und mich beruflich weiterentwickeln. Gerne würde ich an der Univeristät im Bereich der Lehrerausbildung arbeiten.

Können Sie mir sagen, wie ich diesen Weg dorthin am klügsten beschreite?
Gibt es zentrale,überregionlae Stellen, bei denen ich mich bewerben kann?
Wie erhält man eine Professur, bzw. welcher Voraussetzung bedarf es?
Was genau bedeutet in den Stellenausschreibungen, dass man bereits "umfassende Beiträgezur Forschung geleistet haben muss"?
Was verbirgt sich hinter den Formulierungen "Auflistung der Lehre"?
Reichen meine Kompetenzen sowohl für die Erfüllung der Aufgaben einer Lehrkraft an der Uni als auch für die Forderungen an eine Professur?
Wie sind die Chancen, eine Anstellung zu finden?

Ich bin dabei meine Promotion (EWI, Untersuchung der Wirkung von Lehrerfortbildung und Ermittlung der Veränderung der Selbsteinschätzung der sozialen Kompetenz von Lehrern im Zuge dieser Fortbildung) zu beenden, habe zwei pädagogische Fachbücher in einem Schulbuchverlag veröffentlicht (Bereich Grundschule) und verschiedene Zusatzqualifikation in NLP und Mediation.

Die Antwort des DHV-Expertenteams: An der Hochschule könnten Sie als Lehrerin im Bereich der Lehrerausbildung als Lehrkraft für besondere Aufgaben tätig werden.

Lehrkräfte für besondere Aufgaben vermitteln den Studierenden Kenntnisse und Fähigkeiten in dem jeweiligen Fach. Lehrkräfte für besondere Aufgaben haben darüber hinaus ein sehr hohes Lehrdeputat und werden daher primär mit Dienstaufgaben in der Lehre betraut. In der Regel haben die Lehrkräfte für besondere Aufgaben keinerlei Dienstaufgaben in der Forschung.

Wissenschaftliche Mitarbeiter an Hochschulen hingegen haben sowohl Dienstleistungen in der Forschung als auch in der Lehre zu erbringen, promovieren auf den Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter und haben nur ein Lehrdeputat im Umfang von in der Regel vier Semesterwochenstunden.

Eine Lehrkraft für besondere Aufgaben könnte hingegen ein Lehrdeputat je nach Land von bis zu 18 Stunden in der Woche und in der Vorlesungszeit übertragen werden. Die Einstellungsvoraussetzungen für Professuren, die Sie derzeit sicherlich noch nicht erfüllen, sind in den jeweiligen Landeshochschulgesetzen niedergelegt.
Ein Professor muss neben einem abgeschlossenen Hochschulstudium, didaktischer Eignung, einer herausragenden Promotion, weitere wissenschaftliche Leistungen erbracht haben, die ihn für den Hochschullehrerberuf auszeichnen.
Eine weitere wissenschaftliche Qualifikation in der Forschung wird von den einzustellenden Hochschullehrern in der Regel durch Anfertigung einer Habilitationsschrift oder das Bekleiden einer Juniorprofessur nachgewiesen.

Diese Ausführungen verdeutlichen, dass Sie aufgrund Ihrer derzeit innegehabten Qualifikation momentan nur im Mittelbau einer Hochschule tätig werden könnten. Die Universitäten schreiben in der Regel die Stellen im Mittelbau, insbesondere für Lehrkräfte für besondere Aufgaben, auf ihren eigenen Seiten auf der Homepage, in regionalen Zeitschriften oder entsprechenden Fachzeitschriften aus. Ihre breit aufgestellte Qualifikation, kommend aus dem Lehrerberuf, wird Ihnen sicherlich nutzen, wenn Sie sich auf Stellen im Hochschulbereich bewerben werden.
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