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Wie stelle ich eine "Auszeit" in meinem Lebenslauf am besten dar?

Wie stelle ich eine © Pali Rao - iStockphoto.com

Ich habe eine Frage zu der Darstellung einer "Auszeit" in meinem Lebenslauf. Vor kurzem habe ich mein Rechtsreferendariat abgeschlossen, ich möchte nun ein Promotionsvorhaben in Angriff nehmen. Dazu überarbeite ich gerade meinen Lebenslauf. Nach Abschluss meines Studiums musste ich pausieren, da ich krank und ausgebrannt war und dies schon länger verschleppt hatte. Hinzu kam eine nicht ganz einfache familiäre Situation (Mein Vater war schwer krank). Insgesamt musste ich auch gerade meinen zukünftigen Weg ausloten und verschickte Bewerbungen, die allerdings erfolglos blieben. Inklusive der Wartezeit für die Referendariatsstelle betrug die "Pause" 1 ganzes Jahr.

Meine Frage ist wie ich diese Zeit im CV darstellen soll. Als Zeit zur Selbstfindung? Dies war die Zeit sicherlich, ist das aber nicht zu unpräzise?

Es könnte der Eindruck entstehen, dass ich nicht arbeiten möchte bzw. keine Leistung erbringen möchte. Dies stimmt auf keinen Fall. Wie soll ich die Zeit darstellen.

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Zunächst sei etwas Grundsätzliches bemerkt: Eine Lücke im Lebenslauf ist prinzipiell noch kein Grund dafür, dass Ihre Bewerbung von vornherein unbeachtet bleibt. Es ist allerdings darauf zu achten, dass Sie die Lücke im Lebenslauf nicht negativ interpretieren und insofern so wenig Raum für Spekulationen lassen wie möglich. Es ist ein plausibler Grund anzugeben.

Hier ist es sicherlich von Bedeutung, dass Sie darlegen können, dass Sie die Zeit sinnvoll für die eigene Entwicklung genutzt und z. B. Fortbildungen besucht haben. Man könnte insofern neutrale Beschreibungen wie '"berufliche Neuorientierung" oder "Auslandsaufenthalt" wählen. Wichtig ist allerdings, dass Sie stets bei der Wahrheit bleiben und nicht völlig fiktive Tätigkeiten angeben.

Denken Sie immer daran, dass Sie Beschönigungen in einem Lebenslauf auch in einem persönlichen Vorstellungsgespräch glaubhaft vermitteln müssen. Wie Sie berichten, ist die einjährige "Lebenslauflücke" zu einem wesentlichen Teil auch dem Umstand geschuldet, dass Sie eine lange Wartezeit für die Referendariatsstelle in Kauf nehmen mussten. Hier könnten Sie etwa darlegen, dass Sie im Vorfeld der Referendariatsstellenzuteilung die Zeit intensiv für eine entsprechende fachliche Vorbereitung genutzt haben.

Im Übrigen könnten Sie durchaus auch darstellen, dass Sie die Zeit - wie Sie berichten - für eine intensive Betreuung eines erkrankten Familienmitglieds genutzt haben. Wichtig ist, dass Sie Ihre Auszeit positiv umschreiben. Es kommt stets darauf an, dass der Leser Ihrer Bewerbung den Eindruck gewinnt, dass Sie die Zeit sinnvoll genutzt haben.