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Wissenschaftsrat: Promotion nur an Universitäten

 

Der Wissenschaftsrat setzt sich für höhere Professorengehälter und das exklusive Promotionsrecht der Universitäten ein.

Wissenschaftsrat: Promotion nur an Universitäten© WissenschaftsratPeter Strohschneider, Wissenschaftsrats-Vorsitzender
"wissenschaftsfeindlich" hat der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Peter Strohschneider, die Begrenzung der Professorengehälter in Deutschland bezeichnet. Wenn die deutsche Forschung im internationalen Wettbewerb bestehen wolle, müssten die Gehälter für Wissenschaftler dringend angehoben werden, forderte Strohschneider in einem Beitrag für die Wochenzeitung Die Zeit. Innerhalb Europas rangiere Deutschland bei den Professorengehältern hinter der Schweiz, Österreich oder den Niederlanden.

"Auch das mittlere Jahresgehalt von Max- Planck-Direktoren bleibt noch um rund 20 000 Euro hinter Professorengehältern an der ETH Zürich (rund 140 000 Euro) zurück; der Abstand zu den Konkurrenten in den USA ist noch deutlich größer", sagte Strohschneider.

Noch schlechter stehen deutsche Nachwuchswissenschaftler im Vergleich da. Ihr Einstiegsgehalt sei "abschreckend". Zum Abschluss der Wintersitzungen des Wissenschaftsrates hatte Strohschneider zuvor gesagt, wissenschaftliche Leistung und Qualität müssten "die primären Kriterien" bei der Begründung von Gehaltsunterschieden sein, sie dürften künftig nicht allein Marktnähe oder Marktferne ausdrücken und so zu einer "Zwei-Klassen-Gesellschaft" führen.

Auch die Exklusivität des Promotionsrechts wird vom Wissenschaftsrat unterstützt

Strohschneider setzte sich auch für ein exklusives Promotionsrecht der Universitäten ein. Diese müssten auch weiterhin "Organisationszentren der Wissenschaft" bleiben.

Er mahnte weiter an, dass der Zuwachs an Freiheit, den die Länder den Hochschulen einräumten, auch wirklich bei den Universitäten ankommen müsse und nicht an Dritte falle. Durch den Gewinn an institutioneller Freiheit aller Hochschulen dürften sich die Länder aber keineswegs ihrer Verantwortung für das Wissenschaftssystem in Deutschland entziehen. Mit der Neuordnung der Verantwortlichkeiten sei keine Reduzierung der Fächervielfalt an den Universitäten auf Kosten der sogenannten "Kleinen Fächer" intendiert.

Aus Forschung und Lehre :: März 2008

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