Wege zur Professur: Die Habilitation und ihre Alternativen Von Sara Mously
Egal, ob es der klassische Weg ist über die Habilitation, eine Juniorprofessur angestrebt wird oder ein Nachwuchsprogramm wie das Emmy-Noether-Programm: Das Ziel ist das gleiche auf dem Weg von der Promotion zur Professur. Ein Überblick.
© Giorgio Fochesato - iStockphoto.comViele Wege, ein Ziel
Doch der Weg zur Professur ist lang: 41,1 Jahre beträgt das Durchschnittsalter bei der Berufung - eine Zahl, die weder mit der Zeit noch zwischen den Fachbereichen wesentlich variiert.Zunächst ist die Promotion, sieht man von einigen künstlerischen Fächern ab, absolute Voraussetzung für eine spätere Berufung. Das gilt an Universitäten genauso wie an Fachhochschulen. Doch danach trennen sich die Wege der künftigen Lehrmeister. Juniorprofessur und Postdoc-Programme bieten vielfältige Möglichkeiten, auch ohne Habilitation eine Professorenstelle zu ergattern.
Für die Berufung zur Professur an einer Fachhochschule sind weder Habilitation noch ein spezielles Postdoc-Programm nötig. Hier zählen dagegen die Erfahrungen aus der Praxis. Der Bewerber muss mindestens fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen, drei davon außerhalb der Hochschule.
Klassiker Habilitation
Der Weg zur Universitätsprofessur ist dagegen stärker formalisiert. Noch ist die "Habil" der am häufigsten gewählte Weg dorthin. Nachwuchswissenschaftler arbeiteten dabei sechs Jahre lang an einer Universität - befristet verbeamtet oder angestellt - und verfassen die Habilitationsschrift.Artikel zum Thema
- Karrierewege in der ForschungForschungsförderung: Erst wird gezahlt, dann geforschtQualitativ hochwertige Forschung kostet eine Menge Geld. Doch zum Glück gibt es in Deutschland zahlreiche Forschungsförderprogramme. »
- Karrierewege in der ForschungMit Emmy Noether zur ProfessurFünf Jahre lang flexibel und eigenständig forschen - das ist der Traum vieler junger Wissenschaftler. Als Leiter einer Nachwuchsgruppe ist dies möglich. »
- Karrierewege in der ForschungVon der großen Liebe zur JuniorprofessurDie Juniorprofessur ist seit sieben Jahren eine Alternative zur Habilitation. Wie man an eine solche Juniorprofessur kommt und was einen dann im Alltag erwartet. »
- KarriereDie HabilitationAlles zum Thema Habilitation »
In den Naturwissenschaften kommen Kandidaten in Frage, die sich in den öffentlichen Forschungsinstituten einen Namen gemacht haben. Auch Wissenschaftler aus dem Ausland oder deutsche Forscher, die nach ihrer Promotion im Ausland tätig waren, können sich ihre dort erbrachten Leistungen anerkennen lassen.
Alternative Juniorprofessur
Seit 2002 qualifiziert neben der Habilitation auch die Position als Juniorprofessor zur Berufung zum Universitätsprofessor. Juniorprofessoren können bis zu sechs Jahre lang unabhängig forschen und sind berechtigt, Prüfungen abzunehmen. Sie haben, weil die Habilitationsschrift wegfällt, mehr Zeit für das Einwerben von Drittmitteln und für Publikationen und können sich so frühzeitiger auf dem Wissenschaftsmarkt positionieren.Inzwischen wird immer häufiger auch die aus dem US-amerikanischen entlehnte "Postdoc"-Phase als Karriereschritt zwischen Promotion und Professur anerkannt. Stipendien und Programme helfen in dieser Zeit, den Weg zum selbstständigen Wissenschaftler zu bewältigen.
Der dritte Weg: Postdoc-Stipendien
Eines der renommiertesten Postdoc-Stipendien ist das Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)». Das Programm legt einen deutlichen Schwerpunkt auf der Nachwuchsgruppenleitung. Die Stipendiaten können sich "ihre" Universität frei wählen und bekommen Forschungsmittel für ihr Projekt zur Verfügung gestellt. Deutsche und ausländische Wissenschaftler sind in der Bewebung gleichberechtigt. Voraussetzung ist jedoch, dass die Bewerber im Anschluss eine wissenschaftliche Karriere in Deutschland planen.Wird schließlich ein passender Lehrstuhl frei - das Statistische Bundesamt schätzt, dass 2010 knapp 1100 Stellen vakant werden, stellt die Fakultät eine Kommission zusammen, die sechs bis acht Bewerber zum Vorstellungsgespräch und zu einer Probevorlesung einladen.
Die Berufungskommissionen achten vor allem darauf, dass Bewerber hervorragende Forschungsleistungen in ihrem Spezialgebiet aufweisen. In den Ingenieur- und Erziehungswissenschaften, im Bereich der Kunst und an Fachhochschulen sind dagegen eher Berufserfahrungen außerhalb der Hochschule wichtig.
Karriere-Links für Frauen
Der Weg zur Professur - ein harter, aber fairer Wettstreit? Davon ist die Personalstruktur der deutschen Hochschullandschaft noch weit entfernt. Zwar ist der Anteil der Professorinnen in den vergangenen Jahren angestiegen, doch noch immer sind Frauen in den Hochschul-Chefetagen der die Ausnahme: Nur 16 Prozent der Lehrstuhlinhaber sind weiblich.Um dieses Gefälle zu minimieren, hat die Universität Bonn das Center of Excellence Women and Science» ins Leben gerufen. Das Projekt strebt die "Chancengleichheit von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung in Deutschland" an. Neben einer Reihe von Evaluationen bestehender Gleichstellungsmaßnahmen werden Bewerbungstrainings angeboten, und hochrangige Wissenschaftlerinnen können sich in einer Datenbank vernetzen.
Darüber hinaus unterstützt die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung» zusammen mit der UNESCO» Mütter in der Wissenschaft. Das Projekt soll dazu beitragen, dass sich "mehr hochqualifizierte Frauen an der Spitzenforschung in Deutschland beteiligen".
Quelle: academics
Diese Artikel könnten Sie interessieren
Karriere
Arbeitgeber im Blick
Diese Stellen könnten zu Ihnen passen
1. Mai 2012
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
1. Mai 2012
Deutsche Telekom AG, HfTL




