Das Karriereportal für Wissenschaft & Forschung von In Kooperation mit DIE ZEIT Forschung und Lehre

Berufungsverfahren

Was ist ein Berufungsverfahren? Wie verläuft ein Berufungsverfahren?

Berufungsverfahren
Berufungsverfahren dienen der Bestenauswahl. Die Berufung steht im Gegensatz zum Laufbahnprinzip. Für den Hochschullehrer tritt die Berufung an die Stelle der Beförderung. Neben der Funktion der Bestenauslese steht die Berufung im Dienst der Selbstergänzung und Selbsterneuerung der Fakultät.

Die Hochschulen werden künftig selbstständig über die Berufungen der Professorinnen und Professoren entscheiden können. Der bisherige Vorbehalt des staatlichen Einvernehmens entfällt. Die bürokratischen Beteiligungen der Ministerialebene im Berufungsverfahren entfallen, was zu einer wesentlichen Beschleunigung der Verfahren führt. Das Ministerium wird lediglich generelle qualitätssichernde Vorgaben machen. Berufungsvorschläge enthalten meistens drei Einzelvorschläge in bestimmter Reihenfolge mit entsprechender Begründung; dem Vorschlag werden zwei vergleichende Gutachten auswärtiger Professoren beigefügt.

In den Fällen der Wiederbesetzung entscheidet das Rektorat nach Anhörung der betroffenen Fachbereiche, ob die Aufgabenumschreibung der Stelle geändert, die Stelle einem anderen Fachbereich zugewiesen oder nicht wieder besetzt werden soll. In diesen Fällen ist für die Ausschreibung der Stelle die Zustimmung des Ministeriums erforderlich; das Ministerium kann auf die Zustimmung allgemein oder teilweise verzichten. Die Stellen für Professuren müssen ausgeschrieben werden (Ausschreibungspflicht).

Auf der Grundlage des Vorschlages der Berufungskommission berichtet der Fachbereichsrat über seinen Berufungsvorschlag der Hochschulleitung. Die vergleichenden Gutachten sollen vor der Beschlussempfehlung der Berufungskommission über den Berufungsvorschlag eingeholt werden. Die Gutachten sind dem Vorschlag der Berufungskommission an den Fachbereichsrat beizufügen.

Auf der Grundlage des Vorschlages des Fachbereichrates beschließt die Hochschulleitung den Berufungsvorschlag. Der Beschluss des Rektorats ergeht im Einvernehmen mit den Dekanen der Fachbereiche bzw. Fakultäten, die zu den betreffenden Rektoratssitzungen eingeladen werden. Das Einvernehmen liegt vor, wenn die Mehrheit der anwesenden Dekane den Berufungsvorschlag befürwortet.

Ergibt die Abstimmung unter den anwesenden Dekanen die Ablehnung des Berufungsvorschlags oder folgt die Hochschulleitung dem Vorschlag des Fachbereiches nicht, so hat die Hochschulleitung den Vorschlag mit Begründung zur erneuten Beratung an den Fachbereichsrat zurückzuverweisen.

Ergibt sich bei erneuter Vorlage und Abstimmung des Vorschlags des Fachbereichs wiederum kein Einvernehmen zwischen Hochschulleitung und Fachbereichsrat bzw. den Dekanen, so entscheidet die Hochschulleitung im Berufungsverfahren. Jedes Mitglied des Fachbereichsrates sowie jedes Mitglied und gewählte stellvertretende Mitglied einer Berufungskommission kann der Hochschulleitung ein vom Fachbereichsratsbeschluss abweichendes Votum vorlegen, über welches die Hochschulleitung unverzüglich zu entscheiden hat. Auf Verlangen ist das Votum mündlich zu erörtern.

Zur Glossar-Übersichtsseite
Mehr zum Berufungsverfahren